Warburg (red). Premiere geglückt: Zum ersten Mal wurde am Samstag im Warburger Skatepark in der Diemelaue ein Skateboard-Contest mit offizieller Jurywertung ausgetragen. Der Weserbergland Cup Vol. 5 machte Station in der Hansestadt und lockte mehr als 300 Besucherinnen und Besucher an den Skatepark. Fahrer aus mehreren Bundesländern traten in den Kategorien Street U14, Street Ü14 sowie Best Trick gegeneinander an.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Valeria Geritzen und Tobias Heise, die ihre unterschiedlichen Stärken zusammenführten. Während Heise mit dem Kontakt zum Weserbergland Cup sein Netzwerk und seine langjährige Erfahrung in der Skate-Szene einbrachte, konzipierte Geritzen die Veranstaltung, organisierte technisch sowie verantwortete die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen entstand so im Zeichen der Warburger Rollkultur der erste Skateboard-Contest mit Jurywertung in der Geschichte der Hansestadt.
Stefan Straßburg, Initiator, Organisator und Moderator des Weserbergland Cups, hat Warburg als relativ neuen Skatepark (Einweihung Mai 2024) nach guten Gesprächen gerne ins Programm genommen: „Schon im Vorfeld war zu spüren, dass der Stopp des Weserbergland Cups in Warburg etwas Besonderes werden würde. Die Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam war hervorragend und die Werbung für die Veranstaltung beeindruckend. Am meisten begeistert haben mich die tolle Skateanlage inmitten des Parks und die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie haben den Contest mit ihrer Begeisterung zu einem echten Highlight gemacht.“
Schon während des frühen Nachmittags herrschte rund um den Skatepark reges Treiben. Unter der großen Trauerweide und den umstehenden Bäumen entwickelte sich mit vielen Bankreihen ein regelrechter Zuschauerbereich mit bis zu dreihundert Zuschauenden zur Spitzenzeit. Familien, Kinder und Jugendliche und auch Großeltern verfolgten die Wettbewerbe auf Bierbänken oder direkt am Parcours, während immer wieder Radfahrer und Spaziergänger vom unmittelbar vorbeiführenden Diemelradweg anhielten, um den Skatern zuzusehen. Auch die musikalische Begleitung von Marcus Tiede, Stereoblues aus Berlin mit E-Gitarre und Loop-Technik, kam bei den Warburgern sehr gut an. Ergänzend wurden angeboten: Discgolf, das Superhelden-Malen der Erd-Charta-Ideenwerkstatt sowie eine Demokratie-Aktion. Es gab kühle Getränke am Warburger Brauerei Pavillon sowie handgemachte, frische Falafel. Und es schmeckte den Gästen, an ihrem Wagen waren Tahani Munawar und Sohn Kinan bereits weit vor Veranstaltungsende ausverkauft. Familie und Freunde von Tobias Heise übernahmen mit weiteren Ehrenamtlichen nicht nur den Aufbau, sie versorgten die Gäste außerdem auf Spendenbasis mit Kaffee und Kuchen, gemeinsam mit Ehrenamtlichen der youngcaritas, die frische Donuts anboten.
Der Sieger des ersten Warburger Skate Contests, Johannes Görgens, setzte das Warburger Treiben in Beziehung zur Kultur rund um die Straßen-Sportart: „Die Initiative hier in Warburg ist sehr authentisch und nah am Skateboarding. Sie versucht nicht, Konzepte aus anderen Sportarten auf Skateboarding zu übertragen. Vieles am Skateboarding lebt von Eigeninitiative und Selbstbestimmtheit”. Sportlich überzeugte der erfahrene Contest Fahrer aus Hildesheim und Gesamtsieger des Weserbergland Cups der Jahre 2022 und 2024 die Jury mit seinen Tricks und zwei konstanten Runs. Görgens ist Grundschullehrer und befindet sich in diesen Sommerferien auf Europa-Tour durch Skateparks, aus seiner langjährigen Karriere als Fahrer kennt er zahlreiche Skateparks und Wettbewerbe und zeigte sich von der Warburger Premiere überzeugt. Den Warburger Skatepark im Grünen bewertet er ausgesprochen positiv: „Der Skatepark hat mir sehr gut gefallen. Er ist zwar nicht besonders groß, aber die Elemente sind gut angeordnet und bieten genügend Platz. Oft werden Skateparks dort gebaut, wo sie möglichst wenig stören – unter einer Autobahnbrücke oder in einem Gewerbegebiet. Hier in der Diemelaue ist das ganz anders, die Lage ist wunderschön.“
n der Ü14-Wertung setzte sich Johannes Görgens (Hildesheim) vor Viktor Riemer (Kassel) und Chris Kendon (Münster) durch. Es folgten im Finale der besten sechs Fahrer Tobias Heise (Warburg-Germete), Cedric Weiß (Brakel) und Ben Horn (Kassel). Weitere Fahrer des mit 14 Teilnehmenden vergleichsweise großen Starterfeldes kamen unter anderem aus Stadtoldendorf, Paderborn, Hofgeismar, Warburg und Borgentreich.
Ein weiterer Höhepunkt war die Kategorie Best Trick. Viktor Riemer aus Kassel überzeugte die Jury mit einer technisch anspruchsvollen Line – einer flüssigen Kombination mehrerer Tricks auf verschiedenen Hindernissen des Skateparks, ausgeführt ohne abzusteigen. Für Insider hier die Trick Serie: Zu Riemers Sieger-Line gehörten ein Crooked Grind to Fakie, Switch Heelflip, Frontside Crooked Grind, Nollie Backside Tailslide und ein Frontside Noseslide to Fakie.
Auch der Nachwuchs zeigte sein Können. Lukas Schmidt aus Eschershausen, Zweitplatzierter der U14-Wertung und im vergangenen Jahr Vierter der Gesamtwertung des Weserbergland Cups, freute sich besonders über die Bedingungen im Warburger Skatepark: „Der Boden war richtig gut und die Rampen hatten genau die richtige Höhe”. Mit seinem gelungenen Cannonball to Rock to Fakie setzte er einen der Höhepunkte der Nachwuchsklasse. In der U14-Kategorie gewann Leopold Bruns (Borgentreich) vor Lukas Schmidt (Eschershausen) und Hannes Herbeck (Eschershausen). Es folgten Noah Andom (Eschershausen) und Henry Stiewe (Borgentreich).
Der Germeter Skater Tobias Heise blickt mit Freude auf die Premiere zurück: „Als immer mehr Menschen am Diemelradweg stehen blieben und zuschauten, wussten wir: Genau so hatten wir uns das vorgestellt. Doch als meine 89-jährige Oma Ursula völlig unerwartet aus Bühne selbstständig mit ihrem Auto und dann mit Rollator am Skatepark erschien, war meine Konzentration für den letzten Run plötzlich wie weggeblasen“.
Für die Organisatoren war der sportliche Erfolg jedoch nur ein Teil des Tages. Valeria Geritzen betont: „Es ging nicht nur darum, einen Skateboard-Wettbewerb nach Warburg zu holen. Wir wollten zeigen, dass der Skatepark ein Ort der Begegnung ist und Skateboarding eine offene, sympathische Kultur mit sich bringt: Dass Jugendliche, Familien, Kinder, Spaziergänger, Radfahrer, Skater und Mitglieder des benachbarten Sportvereins ganz selbstverständlich zusammenkommen – und genau das hat diesen Tag in der Diemelaue ausgemacht”.
Die gelungene Premiere soll keine Eintagsveranstaltung bleiben. Nach dem ersten Warburger Skate Contest und einem erfolgreichen Workshop im Kinderferienprogramm ist es das Ziel, Skateboarding in Warburg dauerhaft zu stärken und den Skatepark als einen Ort für Sport, Begegnung und ehrenamtliches Engagement weiterzuentwickeln. “Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder Teil des Weserbergland Cups sein werden”, formulierte Valeria Geritzen am Mikrofon, verbunden mit einem großen Dank an das Team des Rollkultur Weserbergland e.V. und die vielen Skateboarder, die aus ganz NRW und Nordhessen nach Warburg gekommen waren.
Wer Interesse hat, sich zu vernetzen, oder für die nächsten Stopps des Weserbergland Cups in Bückeburg (08.08.) und Brakel (15.08.) Fahrgemeinschaften zu bilden, kann gerne über den Instagram-Account @roll.kultur in Kontakt bleiben oder bei Interesse an Skateboard-Workshops eine Mail schicken an
Foto: Christopher Figge