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Kreis Höxter
Das tragbare Akkordeon wiegt 14 Kilo: Kamil Dmoschowski (30) holt gern die besonderen Klassikklänge auf die Bühne.

Willebadessen (red). Oft wird es als „Quetschkommode“ oder „Schifferklavier“ für volkstümliche Stimmungslieder im „Bierzelt-Sound“ verschrien. Doch den Ruf als biederes, antiquiertes Instrument hat das Akkordeon längst abgelegt. Einer, der das genau weiß und das Instrument dazu noch virtuos beherrscht, ist Kamil Dmochowski. Der 30-jährige preisgekrönte Kammermusiker von der Hochschule für Musik Detmold wird am Sonntag, 2. August, 17 Uhr, eine musikalische Vesper im Christlichen Bildungswerk „Die Hegge“ in Willebdessen-Niesen gestalten und dort unter dem Titel „Reise in das Sacrum“ die enorme Vielseitigkeit des „Instruments des Jahres 2026“ unter Beweis stellen.

Solo wie Orchester

Ob argentinischer Tango, französischer Musette-Walzer, lateinamerikanischer Salsa oder moderner Jazz – das Akkordeon ist inzwischen in allen Genres zuhause und erobert seit Jahren die Bühnen der Welt. Die „Handharmonika“ gilt als eines der wenigen Instrumente, auf denen man Melodie, Harmonie und Rhythmus zugleich spielen kann. „Mit dem Akkordeon lässt sich ein unbegrenztes Repertoire spielen“, so Kamil Dmochowki, der das Instrument als eines der spannendsten überhaupt empfindet. Schließlich sei es ein musikalischer Alleskönner, ein tragbares Orchester, das Solisten wie Ensembles vom Duo bis zur großen Band gleichermaßen begleiten könne.

Mit Musik durch die Welt

Und mit dieser Vielseitigkeit seines Instrumentes hat der gebürtige Pole unzählige Erfahrungen gemacht. Konzert- und Festivalreisen sowie Studienaufenthalte führten ihn nach Kanada, Mexiko, Vereinigte Arabische Emirate, Litauen, Dänemark, Spanien, Italien und Finnland. Dort spielte der Akkordeonist nicht nur als Solist in Klassikkonzerten, sondern auch so manches Mal in volkstümlichen Ensembles. „Da lernt man so einiges Neues“, so der 30-Jährige Kammermusiker, der seine künstlerische Masterprüfung in Detmold abgelegt hat. Und das Schöne sei: Immer, wenn das Akkordeon bei einem Stück im Ensemble nicht spiele, vermisse man es sofort. „Ähnlich wie bei einer Soße, bei der plötzlich ein bestimmtes Gewürz fehlt.“

Sekretärin wählte Instrument aus

Mehr durch Zufall kam der gebürtige Pole zum Akkordeon. „Ich war sechs Jahre alt, klein und schmächtig, wollte aber richtig Musik machen“, erinnert sich Kamil Dmochowski. Die Sekretärin der polnischen Musikschule im Heimatort Elk (Masuren) hatte die zündende Idee: „Versuche es doch mit dem Akkordeon, das ist leicht zu spielen.“

Eine Entscheidung, für die der junge Mann noch heute sehr dankbar ist und die er nie bereut hat. „Dazu kommt, man stört die Nachbarn beim Üben nicht so sehr, und wenn, lässt sich ja die Übungsstunde ja nach draußen verlegen“, sagt der Akkordeonist mit einem verschmitzten Lächeln.

Nachdem sich der heute 30-Jährige dem Instrument voll und ganz gewidmet hat, war ihm schnell klar: „Musik mit dem Akkordeon soll kein Hobby, sondern ein echter Beruf werden.“ Es folgten Studien-Stationen an der Musikakademie Katovice und an der Hochschule für Musik in Detmold sowie an der Université des Montréal in Kanada.

„Ich habe nie erwartet, wie weit mich diese Reise mit dem Akkordeon bringt“, meint Kamil Dmochowski, der es liebt, durch Begegnungen mit verschiedenen Kulturen andere Perspektiven auf die Musik kennenzulernen und auf sein eigenes Spiel „umzuzaubern.“ Sein Antrieb ist es, klassische Musik mit dem Akkordeon mehr und mehr auf die Bühnen zu bringen.

Als Musiker am richtigen Platz

Inzwischen arbeitet der Musiker auch als Akkordeonlehrer in Detmold und engagiert sich mit Leidenschaft dafür, mehr junge Leute für das außergewöhnliche Instrument zu begeistern. „Das Unterrichten ist eine gute Gelegenheit, junge Menschen mit klassischer Musik in Berührung zu bringen und ihnen Freude am Musizieren zu vermitteln.“ Genau dafür sei der freischaffende Künstler in der Region am richtigen Platz. „Hier habe ich riesige Perspektiven, andere zu begeistern und mich selbst zu präsentieren.“

Wer sein ausgefeiltes Spiel nicht noch nicht erlebt hat: Eine gute Gelegenheit, die abwechslungsreiche Musik mit Akkordeon kennenzulernen, ist der Auftritt von Kamil Dmochowki auf der „Hegge“. Dort erwartet das Publikum vielschichtige Musik von zeitgenössichen Komponisten aus verschiedenen Kulturkreisen. „Ganz passend zum Klosterort geht es in dieser Reise um spirituelle Ideen und Erfahrungen, und es wird ein Konzert mit vielen ausdrucksstarken Klangfarben“, verspricht Kamil Dmochowski am Sonntag, 2. August, ein außergewöhnliches Musikerlebnis.

Der Eintritt zum Konzert ist frei.

Von der Volksmusik zur Avantgarde

Das Akkordeon ist ein recht junges Instrument. Erst 1829 hat der österreichische Instrumentenbauer Cyrill Demian in Wien ein erstes handharmonikaähnliches Modell patentieren lassen. Ob alpenländische Volksmusik, Bachs Polyphonien, Schostakowitsch-Walzer bis hin zum fetzigen Punk, das Akkordeon kann gewollt Genregrenzen sprengen. “Mit jeder Bewegung seines Balgs atmet es Musik. Mal entfaltet es die Klangfülle eines ganzen Orchesters, mal ist es ganz zart und lädt zum Träumen ein. Diese beeindruckende Bandbreite und Wandlungsfähigkeit machen das Akkordeon zu einem ausdrucksstarken Instrument“, so begründen die Landesmusikräte die Wahl des Akkordeons zum „Instrument des Jahres 2026“. Dank dieser Ernennung wird es ein Jahr lang mehr Akkordeon-Konzerte geben und damit mehr Möglichkeiten, den Facettenreichtums dieses Instruments zu entdecken.

Gefördert wird das Klosterfestival 2026 vom Kulturland Kreis Höxter, den Kreisen Gütersloh und Paderborn, dem Landschaftsverband LWL, der VerbundVolksbank OWL eG sowie der Gesellschaft der Musikfreunde der Abtei Marienmünster e.V.

Details zur Arbeit des Netzwerkes sowie die Online-Version des Programmheftes und der einzelnen Veranstaltungen gibt es unter www.klosterlandschaft-owl.de.

Foto: Kulturstiftung Marienmünster/Martina Schäfer


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Mit großen Schritten rückt die Kommunalwahl am 13.09.2026 näher – schon jetzt habt ihr die Möglichkeit, eure Stimme per Briefwahl auf den Weg zu bringen.

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Trotzdem haben wir in den vergangenen Jahren bei nicht immer einfachen Rahmenbedingungen eine ganze Menge auf den Weg gebracht. Wir haben bei den Feuerwehren stetig investiert, sind beim Ganztagsangebot unserer Grundschulen auf einem guten Weg, haben Förderzusagen für die Sanierung unseres Hallenbades und auch im Freibad ist einiges vorangegangen. Wir haben das Lichterfest in Bodenwerder wiederbelebt, mit dem Märchen- und Sagenwochenende in Polle ein weiteres Highlight etabliert und weitere Dinge angeschoben.

Fertig bin ich nicht, fertig sind wir nicht – also lasst uns gemeinsam weitermachen.

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Auftraggeber und finanziert durch: SPD Samtgemeindeverband Bodenwerder-Polle

Verantwortlich (V.i.S.d.P.): Achim Timmermann, Stellvertretender Vorsitzender

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Holzminden

Holzminden (ber). Der Pegel der Weser ist deutlich gesunken. An der Messstation in Höxter liegt der Wasserstand laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aktuell bei etwa 57 Zentimetern. Mitte Juli zeigten die Messwerte noch einen Pegelstand von etwa 120 Zentimetern an. Doch der niedrige Wasserstand bedeutet keine Entwarnung: Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden warnt davor, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren.

Doch wie gefährlich ist die Weser bei Niedrigwasser wirklich? Welche neuen Gefahren ergeben sich hierdurch? Die Redaktion hat bei der DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V. nachgefragt und wichtige Hinweise über mögliche Gefahren bei Niedrigwasser erhalten.

Niedriger Wasserstand bedeutet nicht weniger Risiko

„Viele Menschen verbinden einen niedrigen Wasserstand mit einem geringen Risiko“, berichtet Niko Stille, 2. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Holzminden, in Bezug auf die Weser. Die typischen Gefahren in der Weser würden jedoch bestehen bleiben. Hinzu kämen weitere Risiken, die bei einem normalen Pegelstand weniger auffielen.

„Die Strömung kann selbst bei niedrigem Wasserstand erheblich sein und verändert sich durch Engstellen oder Untiefen teilweise sogar. Hinzu kommen rutschige Steine, plötzlich tiefere Bereiche sowie Hindernisse wie Äste oder andere Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche liegen. Wer die Weser unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr“, erklärt Stille.

Ausgespülte Bereiche werden sichtbar

Bei Niedrigwasser hat die DLRG die Möglichkeit, Gefahrenstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ergreifen. Aktuell würden immer mehr Bereiche sichtbar werden, in denen auf flache Abschnitte plötzlich deutlich tiefere Stellen folgen.

Diese wurden durch die Strömung so weit ausgespült, dass dort kein sicherer Stand mehr möglich ist. Beim Begehen der Weser kann sich daraus eine Gefahr entwickeln.

„Sichtbar werden genau solche Stellen aktuell beispielsweise, wenn man von der Holzmindener Weserbrücke Richtung Getreidespeicher schaut“, warnt Niko Stille.

Trotz des geringen Pegelstands rät die DLRG-Ortsgruppe Holzminden davon ab, die Weser zu betreten. Wer dennoch in der Weser schwimmen möchte, kann auf Veranstaltungen zurückgreifen, bei denen das Schwimmen unter Aufsicht stattfindet. Solche Angebote gab es zuletzt im Juli in Rinteln; Ende August ist das Weserschwimmen in Lüchtringen vorgesehen. Alternativ stehen bekannte Badegewässer wie der Godelheimer See zur Verfügung.

Durchquerungen können schnell gefährlich werden

„Gerade an warmen Tagen stellen wir fest, dass der niedrige Wasserstand viele Menschen dazu verleitet, die Weser zu Fuß zu durchqueren oder an Stellen zu baden, die sonst nicht erreichbar wären“, berichtet der zweite Vorsitzende. „Der Untergrund ist häufig uneben und rutschig, sodass man leicht stürzen kann. Außerdem wechseln flache und tiefere Bereiche oft unerwartet. Wer das Gleichgewicht verliert, kann von der Strömung erfasst werden. Besonders für Kinder oder unsichere Schwimmer kann das schnell zu einer großen Gefahr werden“, fügt er an.

DLRG bleibt trotz Niedrigwasser einsatzfähig

Die Einsatzfähigkeit der DLRG bleibt trotz des Niedrigwassers grundsätzlich erhalten. Auch die Rettungsboote können weiterhin die Bereiche der Weser erreichen. Der geringe Pegelstand erfordert allerdings eine besonders vorsichtige Fahrweise.

„Grundsätzlich ist die Einsatzfähigkeit unserer Rettungsboote weiterhin gewährleistet. Allerdings führt der niedrige Wasserstand dazu, dass wir einzelne Bereiche der Weser deutlich vorsichtiger befahren müssen. Flache Stellen, Kiesbänke oder bislang überdeckte Hindernisse erschweren die Anfahrt und können den Einsatz verzögern“, erklärt Stille.

Dabei sind vor allem gute Ortskenntnisse sowie das Zusammenspiel von Technik und den Bootsführerinnen und Bootsführern erforderlich. Die DLRG nutzt beispielsweise ein Sonar-System. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Ortung von Gegenständen und zur Messung von Entfernungen unter Wasser mithilfe von Schallwellen.

Strömungsretter trainieren unter realistischen Bedingungen

Neben den Rettungsbooten spielen bei Einsätzen in der Weser auch speziell ausgebildete Strömungsretterinnen und Strömungsretter eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Rettungsboote aufgrund des geringen Wasserstands nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden können.

„Unsere Rettungsschwimmer und Strömungsretter trainieren den sicheren Umgang im fließenden Gewässer regelmäßig unter realistischen Bedingungen“, erklärt die DLRG. Nach Angaben der Ortsgruppe lernen die Strömungsretterinnen und Strömungsretter dabei, die Strömungsverhältnisse einzuschätzen und spezielle Rettungstechniken in Flüssen einzusetzen.

Einsatzkräfte der DLRG bilden eine Suchkette während eines Übungsszenarios im Kiesteich.

Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden rät daher trotz des niedrigen Pegelstands davon ab, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren. Wer schwimmen möchte, könne stattdessen auf beaufsichtigte Veranstaltungen oder bekannte Badegewässer ausweichen.

Fotos: ber, DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V.

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