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Kreis Höxter
(von rechts nach links): Edeltraud Gierling-Mayer, Tamara Ernst und Andrea Küper-Viefhues.

Kreis Höxter (red). Es ist früher Morgen, als Anna mit ihren beiden Kindern die Haustür hinter sich schließt. In der Hand hält sie zwei Taschen – mehr konnte sie nicht mitnehmen. Die Kinder wissen nur, dass sie jetzt weg müssen. Wohin genau, verstehen sie nicht. Anna selbst weiß nur eines: Bleibt sie, wird die Gewalt weitergehen.

Anna heißt in Wirklichkeit anders. Ihre Geschichte steht stellvertretend für viele Frauen, die seit 1994 im Frauen- und Kinderschutzhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) e. V. Warburg Schutz suchen.

Aus Liebe wird Kontrolle

Als Anna ihren Partner Thomas kennenlernt, ist er aufmerksam und fürsorglich. Gemeinsam bauen sie sich ein Zuhause auf, bekommen zwei Kinder und schmieden Pläne für die Zukunft. Nach außen wirken sie wie eine ganz normale Familie.

Doch mit den Jahren verändert sich etwas. Thomas kontrolliert ihr Handy, entscheidet über das Geld und bestimmt zunehmend ihren Alltag. Aus Kritik werden Beleidigungen, aus Beleidigungen Drohungen und schließlich Gewalt.

Immer wieder sagt er zu ihr: „Du schaffst das allein nicht.“ – „Ohne mich bist du nichts.“ – „Keiner wird dir glauben.“ Am Anfang widerspricht Anna noch. Später schweigt sie. Irgendwann glaubt sie selbst, dass Thomas recht haben könnte.

Wenn Worte verletzen

„Psychische Gewalt wirkt oft lange, bevor Außenstehende etwas bemerken. Wenn eine Frau immer wieder hört, sie sei wertlos, unfähig oder selbst schuld, kann sie das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung verlieren“, erklärt Tamara Ernst, Leiterin des Frauen- und Kinderschutzhauses des SkF e. V. Warburg.

„Der Weg aus der Gewalt beginnt deshalb häufig damit, die eigene Einschätzung wieder ernst nehmen zu können.“

Der Moment der Entscheidung

Anna bleibt. Nicht, weil sie die Gewalt akzeptiert, sondern weil sie keinen Ausweg mehr sieht.

Erst als eine Lehrerin sie darauf aufmerksam macht, dass ihr Sohn immer stiller wird und ihre Tochter bei jedem lauten Geräusch zusammenzuckt, beginnt Anna, über Hilfe nachzudenken. Als ihr Sohn versucht, seine Mutter zu schützen, wird ihr klar: Auch ihre Kinder tragen die Folgen der Gewalt.

Sie nimmt Kontakt zum Frauen- und Kinderschutzhaus auf. Als sich hinter ihr die Tür schließt, fühlt sie sich zum ersten Mal seit langer Zeit sicher. Gleichzeitig beginnt eine neue Unsicherheit. Die Kinder vermissen ihre Freunde, ihre Schule, ihr Kinderzimmer und ihren vertrauten Alltag. Anna fragt sich täglich: Wie soll es weitergehen? Wo werden wir wohnen? Kann ich meine Arbeit behalten?

Der schwierige Neuanfang

Die Wohnungssuche wird zur größten Belastung. Mit jeder Absage wachsen die Zweifel. Die Sätze ihres Partners kehren zurück: „Ich habe dir doch gesagt, dass du es allein nicht schaffst.“

Genau hier setzt die Arbeit des Frauen- und Kinderschutzhauses an. Seit 32 Jahren bietet der SkF e. V. Warburg Frauen und Kindern Schutz, Unterstützung und neue Perspektiven. Nach der Aufnahme beginnt die eigentliche Arbeit: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen bei der Verarbeitung der Gewalterfahrungen, begleiten den Kontakt zu Behörden, Polizei und Gerichten und helfen bei finanziellen Fragen sowie bei der Suche nach einer Wohnung oder Arbeitsstelle. Auch die Kinder erhalten Unterstützung, um das Erlebte verarbeiten zu können.

„Ein Frauen- und Kinderschutzhaus ist weit mehr als eine sichere Unterkunft“, betont Andrea Küper-Viefhues, Mitglied des ehrenamtlichen Vorstands des SkF e. V. Warburg.

„Die Frauen müssen nach der Flucht häufig nahezu ihr gesamtes Leben neu organisieren. Sie brauchen nicht nur ein geschütztes Zimmer, sondern verlässliche Begleitung, damit wieder ein selbstbestimmtes Leben möglich wird.“

Gewalt endet nicht mit der Flucht

Die Folgen der Gewalt enden nicht mit der Flucht. Während der Täter häufig zunächst in der gemeinsamen Wohnung bleibt, seiner Arbeit nachgeht und sein gewohntes Umfeld behält, müssen die betroffene Frau und ihre Kinder ihr Leben neu aufbauen. Sie verlieren ihr Zuhause, vertraute Menschen, ihre Schule und häufig auch ihre finanzielle Sicherheit. Obwohl sie die Gewalt nicht verursacht haben, tragen sie einen erheblichen Teil ihrer Folgen.

„Es ist eine schwer hinnehmbare Ungerechtigkeit, dass Frauen und Kinder vor der Gewalt fliehen und dabei häufig ihr Zuhause, ihr soziales Umfeld und ihre Sicherheit verlieren, während der Täter zunächst in seinem bisherigen Leben bleiben kann“, sagt Edeltraud Gierling-Mayer, Mitglied des ehrenamtlichen Vorstands des SkF e. V. Warburg.

„Der Schutz vor Gewalt ist deshalb keine private Angelegenheit, sondern eine Verantwortung der gesamten Gesellschaft.“

Ein neuer Anfang

Das Frauen- und Kinderschutzhaus kann diese Ungerechtigkeit nicht ungeschehen machen. Aber es sorgt dafür, dass Frauen und Kinder diesen Weg nicht allein gehen müssen. Es bietet Sicherheit, fachliche Begleitung und die notwendige Zeit, um wieder eigene Entscheidungen treffen zu können.

Denn ein Leben ohne Gewalt darf nicht daran scheitern, dass eine Frau keine Wohnung findet, finanziell abhängig ist oder nach Jahren der Abwertung nicht mehr an die eigenen Fähigkeiten glaubt.

Für Anna beginnt ein neues Leben deshalb nicht allein mit dem Schließen der Tür hinter ihrem bisherigen Zuhause. Es beginnt in dem Moment, in dem sie wieder sagen kann:

„Ich schaffe das – und ich muss es nicht allein schaffen.“

Spenden ermöglichen Hilfe

Viele Angebote, die den Alltag von Frauen und Kindern erleichtern oder ihnen neue Perspektiven eröffnen, werden ausschließlich durch Spenden ermöglicht.

Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Warburg
Verwendungszweck: Frauen- und Kinderschutzhaus
Pax-Bank für Kirche und Caritas
IBAN: DE82 3706 0193 1050 1900 01

 


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Lesedauer: 2 Minuten
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Holzminden. Am „Forster Weg 26“ in Holzminden steht ab sofort eine rund 125 Quadratmeter große Gewerbefläche zur Vermietung. Die gepflegten Räumlichkeiten befinden sich ebenerdig im Erdgeschoss und sind barrierefrei sowie stufenlos zugänglich.

Die Fläche eignet sich unter anderem als Büro, Arzt- oder Physiotherapiepraxis, Apotheke, Kanzlei oder für weitere gewerbliche und dienstleistungsorientierte Nutzungen.

Flexible Nutzungsmöglichkeiten

Die Raumaufteilung kann nach Absprache flexibel geplant und individuell an die Anforderungen der zukünftigen Mieterin oder des zukünftigen Mieters angepasst werden. Auch entsprechende Umbauten sind grundsätzlich möglich.

Die Gewerbefläche befindet sich in der Nähe des ehemaligen Krankenhauses. Parkmöglichkeiten stehen direkt vor dem Objekt zur Verfügung.

Provisionsfreie Vermietung

Die monatliche Miete beträgt 1.500 Euro. Die Vermietung erfolgt provisionsfrei direkt vom Eigentümer. Eine Kaution ist nach Absprache zu hinterlegen.

Kontakt

Johannes Rerich
Telefon: 01520 1549757
E-Mail: j.rerich@gmx.net

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Lesedauer: 5 Minuten
Kreis Höxter

Höxter (red). Langeweile in den Sommerferien? Wie wäre es mit einem Ausflug in den Archäologiepark Höxter. Kinder unter 18 Jahren kommen dort kostenlos rein. „Bei uns können Familien also für kleines Geld eine entspannte Zeit verbringen“, sagt Geschäftsführerin Madita Alberding. Erwachsene zahlen 3,50 Euro Eintritt. Besonderes Highlight ist der große Abenteuerspielplatz: Ein großer Kletterturm mit Tunnelrutsche, ein kniffliger Hangel- und Balancier-Parcours und ein Kleinkindbereich wollen bespielt werden.

Der Geschichtspark direkt am Weserradweg ist sehr familienfreundlich aufgestellt: „Bei uns darf man beispielsweise Getränke und Proviant fürs Picknick mitbringen. Überall gibt es nette Ecken, wo man sich gemütlich niederlassen kann“. Auch der Hund darf angeleint mit rein. Mit Leih-Bollerwagen transportieren Besucher die Jüngsten und Sack und Pack bequem durchs weitläufige grüne Gelände. Immerhin ist der Park drei Hektar groß, bietet also sehr viel Bewegungsfreiheit.

„Unser Spielplatz hat Bereiche für alle Altersgruppen und auch nicht unwichtig: Das WC ist gleich nebenan“, erläutert Madita Alberding. Der Archäologiepark bietet also jede Menge Möglichkeiten zum Austoben und auch sonst gibt es dort viel zu entdecken. Im großen Sandkasten warten Nachbildungen von echten Funden auf kleine Archäologen. Im Imkergarten kann man an einem Schaukasten jederzeit einen Blick ins Bienenvolk werfen, im Naturgarten Frösche suchen und unter der Agri-PV-Anlage ein paar Beeren probieren.

Mit Leihtablets oder dem eigenen Smartphone können großen und kleine Besucher mit dem parkeigenen W-LAN die virtuelle Mittelalterstadt entdecken – zum Beispiel ins Haus des berühmten Chirurgen spazieren oder die Kirche der untergegangenen Stadt Corvey von innen anschauen. Auf der alten Handelsstraße Hellweg kommt den Gästen mit Augmented Reality ein Pferdefuhrwerk entgegen. Und an den Holzkuben begegnet man in Hörspielen Bewohnern der fast vergessenen Stadt, die 1265 mit Hilfe der Höxteraner zerstört und niedergebrannt wurde. „Eine spannende Geschichte, und genauso spannend sind die Einblicke in die Arbeit der Archäologen in unserem Rundgang“, ergänzt Madita Alberding. Auch die Natur im Weserbogen wird beim Spaziergang über den langen Holzsteg erläutert.

Geöffnet ist der grüne Park täglich von 10 bis 18 Uhr. Im Archäologiepark Höxter ist nur EC-Zahlung möglich Der Eingang befindet sich am Bahnübergang Corvey gleich an der gelben XXL-Bank, auf der man zum Abschied noch ein Erinnerungsfoto machen kann. Kostenlose Parkplätze gibt es entlang der Straße „Am Hafen“ (nähe Café Stellwerk und Wasserschifffahrtsamt). Auch Fahrradbügel sind vorhanden. Die Bimmelbahn pendelt noch bis Ende August zwischen Höxter und Corvey.

Wer noch nicht genügend ausgepowered ist, kann anschließend noch auf der Mega-Schaukel am Weserufer in den Himmel fliegen, auf der Seilbahn am Fluss entlang rutschen oder die Riesen-Kugelbahn an der Promenade ausprobieren. „Höxter hat seit der Landesgartenschau 2023 sehr viele schöne Spielbereiche zu bieten, auch am Wall gibt es noch zwei weitere tolle Spielplätze“, so der Tipp der Gartenpark-Chefin. Problemlos könne man in der Kreisstadt mit den Kindern einen ganzen Ferientag verbringen und dabei vielleicht mal bei den Alltagsmenschen vorbeischauen.

Foto: Huxarium Gartenpark Höxter

 

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