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Kreis Höxter
Tina Teubner

Holzhausen (red). Während manch einer noch in den Erinnerungen an die bittersüßen „Protokolle der Sehnsucht“ schwelgt, hat das Internationale Stimmenfestival VOICES seine Festivaltüren im Schafstall für diesen Sommer erst einmal geschlossen. Doch die Bilanz von VOICES auf Gut Holzhausen kann sich sehen lassen: Zwei ausverkaufte Konzertabende mit dem Gruber-Duo und ihren ausdrucksstarken Chansons von Kurt Weill sowie das musikalische, melancholisch anmutende Kabarett mit Tina Teubner und Ben Süverkrug trugen maßgeblich zum diesjährigen Erfolg des beliebten Festivals bei. Rund 2000 Musikfans haben den abwechslungsreichen Spielplan mit acht Konzerten genossen.

Trotz Hitze viele Konzertbesucher

„Da bin ich wirklich sehr zufrieden, vor allem deshalb, weil mehr Gäste aus der Region und aus den Nachbarkreisen zu uns kommen“, freut sich VOICES-Intendantin Leonore von Falkenhausen über die positive Resonanz. Trotz einiger „Hitzeabende“ zu Beginn des Festivals hätten sich viele Musik- und Kulturfreunde nicht davon abhalten lassen, den Jazzabend, das Sinfoniekonzert mit der NWD und Thomas Oliemans oder die Kinderoper auf denkmalgeschützen Gut zu besuchen.

Künstler sind begeistert vom Festival

„Selbst speziellere Veranstaltungen wie die Vokale Barockmusik des Ensembles BachWerkVokal aus Salzburg waren gut gebucht“, sagt Leonore von Falkenhausen, die sehr glücklich darüber ist, dass sich auch die Künstlerinnen und Künstler auf dem Hof so wohlfühlen. „Ich habe von allen ein tolles Feedback bekommen“, so die Intendantin. Alle fühlten sich auf dem Gut so willkommen und verwöhnt, sie lobten das Festival in den höchsten Tönen – als einen wunderbaren Ort, an dem Qualität, Gemeinsamkeit, Dialog und Respekt gelebt werden.

Begeistert ist die Festivalleiterin auch von den 14 Praktikanten, die unter der Federführung des jungen Organisationsteams eine Woche lang alles gegeben haben, damit sich die Gäste rundum geborgen fühlen. „Das ist schon eine tolle Truppe, viele von den jungen Leuten wollen nächstes Jahr wiederkommen und mithelfen, dass das Festival wieder ein Erfolg wird.“ Ein größeres Kompliment gebe es doch gar nicht.

Die Vorbereitungen für VOICES 2027 sind im vollen Gange. Der bewährte Mix von Jazz, Chansons, Liederabend, Kabarett und Oper bleibt vom 2. bis 10. Juli natürlich erhalten. „Es wird wieder ein stimmgewaltiges Programm, in dem Tango, Jazz und ein Operntrio eine große Rolle spielen“, verrät Leonore von Falkenhausen. Übrigens: Kabarettfans dürfen sich freuen, denn Tina Teubner ist nächstes Jahr wieder mit dabei.

Foto: VOICES


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Höxter-Beverungen

Holzminden (awin). 15 Monate wurde gebaut, geplant, nachgebessert und immer wieder angepackt – der eigentliche Umzug war dann nach kaum eineinhalb Stunden geschafft. Seit dem 29. August leben die ersten Tiere im neuen Tierheim des Tierschutzvereins Holzminden-Höxter am Allernbusch. Damit endet für den Verein eine lange Bauphase, die nicht immer nach Plan verlief.

Der Transport vom bisherigen Standort am „Ziegeleiweg“ verlief laut Tierheimleiter Julian Kusak ganz entspannt. Tierärzte begleiteten den Umzug. Inzwischen haben vier Hunde und 66 Katzen ihr neues Zuhause auf Zeit bezogen. Und sie treffen dort auf Bedingungen, die mit denen des bisherigen Tierheims kaum noch vergleichbar sind.

Mehr Platz und neue Möglichkeiten für die Tiere

Allein das Hundehaus umfasst rund 400 Quadratmeter. Insgesamt stehen 17 Zwinger zur Verfügung, vier davon als Quarantänebereiche. Die 13 regulären Zwinger verfügen über angeschlossene Ausläufe. Zudem ist am neuen Standort eine artgerechte Gruppenhaltung möglich.

Für die Katzen wurden auf rund 250 Quadratmetern unter anderem Vermittlungsräume mit Außengehegen geschaffen. Insgesamt ist der Bereich für etwa 80 bis 90 Katzen ausgelegt. Neu ist außerdem eine eigene Katzenquarantäne, die es am alten Standort nicht gab.

„Wir haben einen der höchsten Standards gebaut, die man aktuell bauen kann. Allein der Hygienestandard ist um ein Vielfaches höher im Vergleich zum alten Tierheim“, betont Jens-Uwe Müller, erster Vorsitzender des Tierschutzvereins Holzminden-Höxter.

Erstrahlen auf dem Gelände im neuen Glanz: Das Hundehaus (l.) und das Katzenhaus (r.)
Auch technisch auf einem neuen Stand

Zum Konzept gehören unter anderem säure- und urinbeständige Oberflächen, die Reinigung und Hygiene erleichtern sollen. Zwei Wärmepumpen versorgen Hunde- und Katzenhaus, hinzu kommen eine Fußbodenheizung und eine 40-Kilowatt-Photovoltaikanlage auf dem Dach. Ein Brunnen dient der Wasserversorgung, zusätzlich steht ein Frischwasserreservoir zur Absicherung bereit.

Von den Veränderungen profitieren jedoch nicht nur die Tiere. „Besonders freut es mich für unsere Mitarbeiter, dass wir ihnen einen vernünftigen Arbeitsplatz schaffen konnten“, sagt Müller. Im ehemaligen Wohnhaus stehen dem Team nun unter anderem Aufenthaltsräume, Umkleidemöglichkeiten, Bad und Küche zur Verfügung.

Der neue Aufenthaltsraum soll zugleich eine Begegnungsstätte für die mehr als 220 Vereinsmitglieder werden. Damit verbindet der Tierschutzverein auch die Hoffnung, weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die Arbeit im Tierheim zu gewinnen.

Der geplante Umzug im Juni musste warten

Eigentlich sollten Tiere und Beschäftigte bereits im Juni an den Allernbusch wechseln. Weil die vorgesehenen Hundeausläufe zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt waren, wurde der Umzug in Abstimmung mit dem Veterinäramt verschoben. Der Verein entschied sich, zunächst nachzurüsten, damit die Anlage anschließend ohne Mängel abgenommen werden konnte.

Für die zusätzlichen Arbeiten an den Hundeausläufen wurden noch einmal rund 30.000 Euro benötigt. Die Förderung stellte der Deutsche Tierschutzbund e. V. bereit. Auf die Situation aufmerksam geworden war der Verband auf Initiative der niedersächsischen Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte.

1,5 Millionen Euro für den neuen Standort

Insgesamt kostete das neue Tierheim rund 1,5 Millionen Euro. Die Summe brachte der Verein unter anderem über Förderanträge und Spendensammlungen auf. Hinzu kamen Sachspenden und Arbeitsleistungen von Unternehmen und Handwerksbetrieben aus der Region. Auch die Photovoltaikanlage wurde dem Verein kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Auch personell musste der Verein während der Bauphase einen unerwarteten Umbruch bewältigen. Nachdem der damalige Tierheimleiter und seine Stellvertreterin am selben Tag gekündigt hatten, wurden innerhalb kurzer Zeit Julian Kusak als neuer Leiter und Jana Pruhs als stellvertretende Tierheimleiterin gewonnen. Kusak bringt langjährige Erfahrung als Tierpfleger und Gehegeleiter mit, Pruhs Erfahrungen aus Tierarztpraxen und der Arbeit in einem Tierheim.

Julian Kusak wird als "Glücksgriff" für das Tierheim Holzminden bezeichnet
Nach 15 Monaten ist der Kraftakt geschafft

Mit dem Einzug endet für den Tierschutzverein damit eine intensive Zeit. Verzögerungen, zusätzliche Arbeiten und der Personalwechsel mussten parallel zum laufenden Tierheimbetrieb bewältigt werden. Für Jens-Uwe Müller hat sich der Aufwand aber auf allen Ebenen gelohnt – schließlich gilt es einen hohen Maßstab zu erfüllen: „Wir wollen für den Landkreis ein gutes Tierheim sein.“

Damit sich die Tiere zunächst in Ruhe an ihre neue Umgebung gewöhnen können, bleibt das Tierheim in dieser Woche noch für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Für spätere Tiervermittlungen bittet das Team grundsätzlich um eine vorherige telefonische Anmeldung. So könnten Termine besser mit dem laufenden Tagesgeschäft abgestimmt und ausreichend Zeit für die jeweiligen Tiere und Interessierten eingeplant werden. Die aktuellen Öffnungszeiten und weitere Informationen sind auf der Internetseite des Tierheims Holzminden zu finden.

Die aktuell jüngsten Bewohner des neuen Tierheims: Katzen-Babys, die erst wenige Wochen alt sind.

Fotos: awin

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