Steinheim-Sandebeck (red). Ein Feuer in zwei Spänebunkern eines großen bekannten holzverarbeitenden Unternehmens in Sandebeck hat in der Nacht zum Freitag einen umfangreichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Rund 70 Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren aus dem Kreis Höxter waren über mehrere Stunden damit beschäftigt, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Erst in den frühen Morgenstunden konnte der Einsatz beendet werden. Die Einsatzkräfte wurden in der Nacht zu dem Betrieb an der Leopoldstaler Straße alarmiert. Vor Ort stellte sich heraus, dass sich das Feuer in zwei Spänebunkern ausgebreitet hatte. Einer der Bunker war noch mit Holzspänen gefüllt, wodurch sich die Brandbekämpfung erheblich erschwerte. Aufgrund der Einsatzlage wurde die zunächst ausgelöste Alarmstufe im Verlauf des Einsatzes erhöht, um zusätzliche Kräfte und Fahrzeuge an die Einsatzstelle zu beordern.
Daraufhin rückte die gesamte Feuerwehr Steinheim aus. Unterstützung erhielt sie von weiteren Einheiten aus dem Kreis Höxter. Auch die Drehleiter der Feuerwehr Bad Driburg wurde angefordert, da das entsprechende Fahrzeug der Feuerwehr Steinheim wegen eines technischen Defekts derzeit nicht einsatzbereit ist. Eine zunächst ebenfalls alarmierte Spezialeinheit zur Messung möglicher Schadstoffe musste nach einer ersten Erkundung nicht tätig werden und konnte den Einsatz wieder abbrechen. Um die umfangreichen Löscharbeiten möglichst effizient zu koordinieren, richtete die Einsatzleitung mehrere Einsatzabschnitte ein. Neben der eigentlichen Brandbekämpfung wurden Bereiche für die Einsatzhygiene der Feuerwehrkräfte sowie ein separater Platz für das Ablöschen des aus den Bunkern entnommenen Materials eingerichtet. Durch diese Aufteilung konnten die zahlreichen Einsatzkräfte gezielt eingesetzt werden.
Im Mittelpunkt der Arbeiten stand die kontrollierte Entleerung der Spänebunker. Dabei wurde das Material schrittweise aus den Behältern entfernt, um versteckte Glutnester freizulegen und gezielt mit Wasser ablöschen zu können. Da sich Brände in Holzspänen häufig tief im Material ausbreiten und nur schwer erreichbar sind, nimmt diese Vorgehensweise in der Regel viel Zeit in Anspruch. Während des gesamten Einsatzes wurde die Lage zusätzlich mit einer Drohne überwacht, um mögliche Hitzeentwicklungen frühzeitig zu erkennen und den Einsatzkräften einen besseren Überblick über die Situation zu verschaffen.
Insgesamt dauerte der Feuerwehreinsatz mehr als viereinhalb Stunden. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Angaben zur Brandursache oder zur Höhe eines entstandenen Sachschadens lagen zunächst nicht vor. Brände in holzverarbeitenden Betrieben stellen die Feuerwehren regelmäßig vor besondere Herausforderungen. Holzspäne und Sägemehl können sich aufgrund ihrer Beschaffenheit über längere Zeit unbemerkt entzünden oder Glutnester bilden, die von außen nicht sofort erkennbar sind. Deshalb müssen betroffene Silos oder Bunker häufig vollständig oder zumindest teilweise geleert werden, bevor eine endgültige Brandbekämpfung möglich ist.
Für die Feuerwehr bedeutete der nächtliche Einsatz allerdings noch nicht das Ende der Arbeit. Während sich die Löscharbeiten in Sandebeck ihrem Ende näherten, wurden Einsatzkräfte aus Steinheim, die Drehleiter aus Bad Driburg sowie der Rettungsdienst zu einer automatischen Brandmeldung in einem Seniorenheim alarmiert. Nach der Erkundung vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass keine Gefahr bestand. Der Alarm erwies sich als Fehlmeldung, sodass die Einsatzkräfte den Einsatz rasch beenden konnten. Der betroffene Industriebetrieb in Sandebeck war in der Vergangenheit bereits mehrfach Ziel von Feuerwehreinsätzen. In vielen Fällen handelte es sich um Auslösungen der automatischen Brandmeldeanlage ohne tatsächliches Brandereignis. Größere Einsätze waren jedoch ebenfalls erforderlich. So musste die Feuerwehr erst vor wenigen Wochen einen Brand in einer Anlage zur Trocknung von Sägespänen bekämpfen.
Besonders umfangreich verlief ein Einsatz während der Weihnachtsfeiertage des vergangenen Jahres. Damals war ebenfalls ein Spänebunker von einem Feuer betroffen. Mehrere Brandherde machten einen stundenlangen Löscheinsatz erforderlich, an dem zahlreiche Feuerwehren aus der Region beteiligt waren. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in den Tag hinein an. Der aktuelle Einsatz zeigt erneut, dass Brände in Industrieanlagen mit Holzverarbeitung einen hohen Personal- und Materialaufwand erfordern. Durch das koordinierte Vorgehen der beteiligten Feuerwehren konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert und der Brand schließlich vollständig gelöscht werden.
Foto: Thomas Kube