Geflüchtete als Chance für den heimischen Arbeitsmarkt
Lesedauer: 6 Minuten
Bad Driburg-Brakel
Brakel (red). Brakeler Flüchtlingshilfe bringt Geflüchtete und Betriebe zusammen – Ausbildung gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung
Die Haupt- und Ehrenamtlichen des Brakeler Arbeitskreises Ökumenische Flüchtlingshilfe unterstützen Geflüchtete nicht nur bei der Integration in den Alltag, sondern zunehmend auch auf dem Weg in Arbeit und Ausbildung. Gleichzeitig stehen sie Handwerks- und Gewerbebetrieben als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn diese dringend Mitarbeitende oder Auszubildende suchen.
„Wir erhalten inzwischen immer mehr Anfragen von Handwerks- und Gewerbebetrieben, die händeringend Mitarbeitende suchen“, berichtet Hans-Georg Harrer, der für die Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitskreises verantwortlich ist. „Viele Unternehmen erkennen, dass sie ihren Personalbedarf ohne Zuwanderung kaum noch decken können.“
Die hauptamtlichen Mitarbeitenden der Flüchtlingshilfe unterstützen Geflüchtete unter anderem beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen und begleiten den Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern. Gleichzeitig übernehmen sie eine wichtige Vermittlungsfunktion zwischen Geflüchteten, Betrieben, der Agentur für Arbeit, der Ausländerbehörde und dem Jobcenter.
Der zunehmende Bedarf an Arbeitskräften trifft dabei auf eine Entwicklung, die sich durch den demografischen Wandel weiter verschärft. Viele erfahrene Beschäftigte gehen in den Ruhestand, während deutlich weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt nachrücken. Welche Bedeutung ausländische Beschäftigte inzwischen für die deutsche Wirtschaft haben, zeigt auch eine aktuelle Auswertung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Demnach tragen ausländische Beschäftigte rund 706 Milliarden Euro zur deutschen Wertschöpfung bei. IW-Expertin Benita Zink betont, dass die Gewinnung ausländischer Arbeitskräfte unmittelbar zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen könne.
Auch für junge Geflüchtete sieht die Brakeler Flüchtlingshilfe große Chancen in einer beruflichen Ausbildung. „Gleichzeitig werben wir bei jungen Geflüchteten dafür, den Weg über eine Berufsausbildung zu gehen“, erklärt Harrer. Gerade das Handwerk und viele mittelständische Unternehmen suchten dringend qualifizierte Fachkräfte und böten langfristig gute berufliche Perspektiven.
Dennoch entscheiden sich viele junge Menschen zunächst für eine Arbeitsstelle. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie möchten möglichst schnell finanziell unabhängig werden, ihre Familien unterstützen oder nach oft jahrelanger Flucht ein selbstständiges Leben aufbauen. Hinzu kommen teilweise noch nicht ausreichende Deutschkenntnisse oder die notwendige Zeit, um sich an den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsalltag zu gewöhnen. „Das ist gut nachvollziehbar“, so Harrer.
Umso wichtiger sei die Bereitschaft der Betriebe, junge Geflüchtete schrittweise an eine Ausbildung heranzuführen. Immer mehr Unternehmen ermöglichen Praktika, Sprachförderung oder Einstiegsqualifizierungen. Aus einer ersten Arbeitsstelle kann so später der Einstieg in eine Ausbildung und eine langfristige berufliche Laufbahn werden.
Davon profitieren beide Seiten: Junge Geflüchtete erhalten eine berufliche Perspektive und können sich langfristig ein selbstständiges Leben aufbauen. Gleichzeitig gewinnen die Unternehmen motivierte und dringend benötigte Fachkräfte.
Dass der Bedarf längst auch bei den Ausbildungsplätzen angekommen ist, zeigt sich in Brakel und Umgebung. Immer mehr Betriebe finden keine geeigneten Auszubildenden. Im vergangenen Jahr wandten sich unter anderem eine Bäckerei und ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb an die Flüchtlingshilfe. Beide fragten, ob der Arbeitskreis junge Menschen kenne, die für eine Ausbildung infrage kommen.
Für die Flüchtlingshilfe ist das ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr sich die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt verändert hat. Zugleich zeigen bereits erfolgreiche Beispiele, dass Integration in den Arbeitsmarkt gelingen kann: Etliche junge Geflüchtete haben inzwischen eine Ausbildung absolviert und arbeiten unter anderem in der Krankenpflege, im Handwerk, in der Industrie und im Verkauf.
Die Erfahrungen aus Brakel zeigen damit: Integration und Fachkräftesicherung können Hand in Hand gehen – wenn Geflüchtete, Unternehmen und unterstützende Institutionen gemeinsam an einem Strang ziehen.
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Dachsanierung mit Speziallösung: Firma Mairose meistert auch anspruchsvolle Projekte
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Holzminden. Nicht jedes Dach lässt sich mit einer Standardlösung sanieren. Das zeigte auch ein aktuelles Projekt der Firma Mairose aus Holzminden. Aufgrund der geringen Dachneigung stellte das Gebäude besondere Anforderungen an die Planung und Ausführung.
Vom Sanierungswunsch zur Komplettlösung
Der Hauseigentümer berichtet, dass im vergangenen Jahr zunächst das Wohnhaus umfassend modernisiert wurde. Unter anderem wurden neue Fenster eingebaut. Zunächst habe die Überlegung bestanden, das bestehende Dach lediglich instand setzen zu lassen. Bei einer Begutachtung habe sich jedoch gezeigt, dass eine Reparatur keine sinnvolle Lösung mehr gewesen sei. Bereits an den Dachfenstern sei Feuchtigkeit eingedrungen, da diese undicht gewesen seien. Daraufhin fiel die Entscheidung für eine vollständige Dachsanierung.
Besondere Herausforderung bei der Dacheindeckung
Für die Firma Mairose lag die besondere Herausforderung in der geringen Dachneigung. Mairose-Dachdeckermeister Milan Schmidt erklärt, dass solche Dächer nicht alltäglich seien und deshalb eine spezielle Lösung erforderlich gewesen sei. Zum Einsatz kam ein Dachziegel der Firma Jacobi, der ausdrücklich für Dächer mit geringer Dachneigung zugelassen ist und damit die technischen Anforderungen erfüllt.
Förderung und persönliche Betreuung
Neben der fachgerechten Ausführung profitierte der Kunde auch von einer umfassenden Beratung. Auf Empfehlung der Firma Mairose wurde ein Energieberater hinzugezogen. Dadurch konnte eine Förderung beantragt werden, die die Kosten der Dachsanierung zusätzlich reduzierte.
Besonders positiv hebt der Hauseigentümer die Betreuung während des gesamten Projekts hervor. Bei Fragen sei die Firma Mairose jederzeit schnell erreichbar gewesen. Rückmeldungen und Informationen seien stets zeitnah erfolgt. Mit dem Ergebnis der Arbeiten zeigt sich der Kunde rundum zufrieden.
Die Firma Mairose setzt auf individuelle Lösungen für jedes Dach – auch dann, wenn besondere bauliche Gegebenheiten spezielle Materialien und Fachwissen erfordern.
Nicht sichtbare Gefahr bei Niedrigwasser: DLRG Holzminden warnt vor dem Betreten und Durchqueren der Weser
Lesedauer: 7 Minuten
Holzminden
Holzminden (ber). Der Pegel der Weser ist deutlich gesunken. An der Messstation in Höxter liegt der Wasserstand laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aktuell bei etwa 57 Zentimetern. Mitte Juli zeigten die Messwerte noch einen Pegelstand von etwa 120 Zentimetern an. Doch der niedrige Wasserstand bedeutet keine Entwarnung: Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden warnt davor, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren.
Doch wie gefährlich ist die Weser bei Niedrigwasser wirklich? Welche neuen Gefahren ergeben sich hierdurch? Die Redaktion hat bei der DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V. nachgefragt und wichtige Hinweise über mögliche Gefahren bei Niedrigwasser erhalten.
Niedriger Wasserstand bedeutet nicht weniger Risiko
„Viele Menschen verbinden einen niedrigen Wasserstand mit einem geringen Risiko“, berichtet Niko Stille, 2. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Holzminden, in Bezug auf die Weser. Die typischen Gefahren in der Weser würden jedoch bestehen bleiben. Hinzu kämen weitere Risiken, die bei einem normalen Pegelstand weniger auffielen.
„Die Strömung kann selbst bei niedrigem Wasserstand erheblich sein und verändert sich durch Engstellen oder Untiefen teilweise sogar. Hinzu kommen rutschige Steine, plötzlich tiefere Bereiche sowie Hindernisse wie Äste oder andere Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche liegen. Wer die Weser unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr“, erklärt Stille.
Ausgespülte Bereiche werden sichtbar
Bei Niedrigwasser hat die DLRG die Möglichkeit, Gefahrenstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ergreifen. Aktuell würden immer mehr Bereiche sichtbar werden, in denen auf flache Abschnitte plötzlich deutlich tiefere Stellen folgen.
Diese wurden durch die Strömung so weit ausgespült, dass dort kein sicherer Stand mehr möglich ist. Beim Begehen der Weser kann sich daraus eine Gefahr entwickeln.
„Sichtbar werden genau solche Stellen aktuell beispielsweise, wenn man von der Holzmindener Weserbrücke Richtung Getreidespeicher schaut“, warnt Niko Stille.
Trotz des geringen Pegelstands rät die DLRG-Ortsgruppe Holzminden davon ab, die Weser zu betreten. Wer dennoch in der Weser schwimmen möchte, kann auf Veranstaltungen zurückgreifen, bei denen das Schwimmen unter Aufsicht stattfindet. Solche Angebote gab es zuletzt im Juli in Rinteln; Ende August ist das Weserschwimmen in Lüchtringen vorgesehen. Alternativ stehen bekannte Badegewässer wie der Godelheimer See zur Verfügung.
Durchquerungen können schnell gefährlich werden
„Gerade an warmen Tagen stellen wir fest, dass der niedrige Wasserstand viele Menschen dazu verleitet, die Weser zu Fuß zu durchqueren oder an Stellen zu baden, die sonst nicht erreichbar wären“, berichtet der zweite Vorsitzende. „Der Untergrund ist häufig uneben und rutschig, sodass man leicht stürzen kann. Außerdem wechseln flache und tiefere Bereiche oft unerwartet. Wer das Gleichgewicht verliert, kann von der Strömung erfasst werden. Besonders für Kinder oder unsichere Schwimmer kann das schnell zu einer großen Gefahr werden“, fügt er an.
DLRG bleibt trotz Niedrigwasser einsatzfähig
Die Einsatzfähigkeit der DLRG bleibt trotz des Niedrigwassers grundsätzlich erhalten. Auch die Rettungsboote können weiterhin die Bereiche der Weser erreichen. Der geringe Pegelstand erfordert allerdings eine besonders vorsichtige Fahrweise.
„Grundsätzlich ist die Einsatzfähigkeit unserer Rettungsboote weiterhin gewährleistet. Allerdings führt der niedrige Wasserstand dazu, dass wir einzelne Bereiche der Weser deutlich vorsichtiger befahren müssen. Flache Stellen, Kiesbänke oder bislang überdeckte Hindernisse erschweren die Anfahrt und können den Einsatz verzögern“, erklärt Stille.
Dabei sind vor allem gute Ortskenntnisse sowie das Zusammenspiel von Technik und den Bootsführerinnen und Bootsführern erforderlich. Die DLRG nutzt beispielsweise ein Sonar-System. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Ortung von Gegenständen und zur Messung von Entfernungen unter Wasser mithilfe von Schallwellen.
Strömungsretter trainieren unter realistischen Bedingungen
Neben den Rettungsbooten spielen bei Einsätzen in der Weser auch speziell ausgebildete Strömungsretterinnen und Strömungsretter eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Rettungsboote aufgrund des geringen Wasserstands nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden können.
„Unsere Rettungsschwimmer und Strömungsretter trainieren den sicheren Umgang im fließenden Gewässer regelmäßig unter realistischen Bedingungen“, erklärt die DLRG. Nach Angaben der Ortsgruppe lernen die Strömungsretterinnen und Strömungsretter dabei, die Strömungsverhältnisse einzuschätzen und spezielle Rettungstechniken in Flüssen einzusetzen.
Einsatzkräfte der DLRG bilden eine Suchkette während eines Übungsszenarios im Kiesteich.
Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden rät daher trotz des niedrigen Pegelstands davon ab, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren. Wer schwimmen möchte, könne stattdessen auf beaufsichtigte Veranstaltungen oder bekannte Badegewässer ausweichen.
Fotos: ber, DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V.
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