Hameln (red). Die Mehrheitsgruppe aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Hameln will bei der weiteren Entwicklung der Kampfbahn West auf einen großen Kunstrasenplatz verzichten. Stattdessen sollen nach dem Willen der Gruppe mehrere Sanierungen und Ergänzungen umgesetzt werden, die aus ihrer Sicht stärker dem tatsächlichen Bedarf der Vereine entsprechen.
Grundlage des Antrags war ein Vor-Ort-Termin beim TC Hameln. Daran nahmen der Hamelner Oberbürgermeisterkandidat Steffen Knippertz, der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Binder und Kurt Meyer-Bergmann, Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Kita, Schule und Sport, teil. Im Gespräch mit Vereinsvertretern ging es um die künftige Nutzung des Geländes und die aus Sicht des Vereins notwendigen Investitionen.
Naturrasenplatz soll erhalten bleiben
Nach Darstellung der Mehrheitsgruppe habe der TC Hameln deutlich gemacht, dass der große Sportplatz weiterhin als Naturrasenfläche genutzt werden solle. „Besonders wichtig war dabei die Erkenntnis, dass der TC Hameln den großen Sportplatz ausdrücklich als Naturrasenplatz erhalten möchte“, erklärte Binder.
In der bisherigen öffentlichen Diskussion sei nach Auffassung der SPD der Eindruck entstanden, der Verein wünsche sich dort einen Kunstrasenplatz. Dies hätten die Verantwortlichen des TC Hameln jedoch verneint und auch schriftlich bestätigt. Binder kritisierte, dass der tatsächliche Bedarf des Vereins in den bisherigen Planungen aus seiner Sicht nicht ausreichend berücksichtigt worden sei.
Der Antrag sieht deshalb vor, den bisherigen Beschluss zur Umwandlung des TC-Sportplatzes in einen Kunstrasenplatz aufzuheben.
Tartanbahn, Basketballanlage und Beachvolleyballfeld geplant
Stattdessen soll die 400-Meter-Laufbahn möglichst schnell durch eine Tartanbahn ersetzt werden. Zudem sollen der Betriebshof die Anlagen für Weitsprung und Kugelstoßen instand setzen und die Basketballanlage sanieren.
Darüber hinaus beantragt die Mehrheitsgruppe den Bau eines vierten Beachvolleyballfeldes. Neben den bestehenden Anlagen soll außerdem eine wettkampfgerechte Bouleanlage mit einem Flächenbedarf von 32 mal 32 Metern entstehen.
Geprüft werden soll zudem, ob das Kleinspielfeld in Verlängerung der Gebäude in einen kleineren Kunstrasenplatz umgewandelt werden kann. Die Verwaltung soll dafür die Kosten ermitteln und dem Rat zur weiteren Entscheidung vorlegen.
Für die Sanierung der Laufbahn, der Schulsportanlagen, der Basketballfläche sowie für das Beachvolleyballfeld und die Bouleanlage sollen bereits eingeplante Haushaltsmittel genutzt werden. Der bestehende Sperrvermerk für diese Gelder soll nach dem Antrag im Verwaltungsausschuss aufgehoben werden.
Mehrheitsgruppe fordert schnelle Umsetzung
SPD und Grüne begründen ihren Vorstoß damit, dass Hameln beim Bundesprogramm zur Förderung kommunaler Sportstätten nicht berücksichtigt worden sei. Deshalb sei gemeinsam mit dem Vereinsvorstand geprüft worden, welche Maßnahmen vor Ort tatsächlich benötigt würden.
Nach Auffassung der Mehrheitsgruppe seien die nun vorgeschlagenen Investitionen besser geeignet, Wettkampf- und Breitensport auf der Kampfbahn West langfristig zu sichern. Gute und verlässliche Rahmenbedingungen für die Sportvereine seien ein wichtiger Bestandteil einer lebenswerten Stadt, erklärte die Gruppe.
„Mit dem eingebrachten Antrag der Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen werden erhebliche Haushaltsmittel eingespart, dem TC Hameln und dem Bouleverein Hameln aber die Anlagen zur Verfügung gestellt, die auch tatsächlich benötigt werden“, erklärte Binder abschließend.