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Landkreis Northeim

Einbeck (red). Niedersachsen plant für die Jahre 2027 bis 2029 umfangreiche Investitionen in Landesstraßen, Brücken und Radwege. Für das Mehrjahresbauprogramm stehen nach Angaben des Landes insgesamt rund 500 Millionen Euro zur Verfügung. Der SPD-Landtagsabgeordnete René Kopka begrüßt die Investitionen und verweist auf mehrere geplante Maßnahmen im Wahlkreis Einbeck.

„Gute Straßen, sichere Brücken und verlässliche Radwege sind eine Grundvoraussetzung für Mobilität, wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität – gerade auch bei uns in der Region. Mit dem Mehrjahresbauprogramm sorgt Niedersachsen dafür, dass dringend notwendige Sanierungen planbar angegangen werden können“, erklärt Kopka.

Knapp 100 neue Projekte für 2027 vorgesehen

Nach Angaben des Landes sollen jährlich rund 170 Millionen Euro aus dem regulären Haushalt und dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität bereitgestellt werden. Im Jahr 2027 sollen knapp 100 neue Projekte mit einer Gesamtlänge von mehr als 320 Kilometern und einem Volumen von rund 100 Millionen Euro beginnen.

Für 2028 seien weitere rund 90 neue Maßnahmen auf etwa 270 Kilometern vorgesehen. Dafür seien knapp 90 Millionen Euro eingeplant. Neben Fahrbahnsanierungen umfasse das Programm auch Investitionen in Brücken und Radverkehrsanlagen.

„Der Sanierungsbedarf im Landesstraßennetz ist groß. Deshalb ist es richtig, jetzt gezielt in die Substanz zu investieren. Wer Straßen und Brücken erhält, stärkt nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch die Erreichbarkeit von Betrieben, Schulen, Kitas, Arztpraxen und Innenstädten“, so Kopka.

Maßnahmen zwischen Dassel, Relliehausen und Uslar

Auch im Wahlkreis Einbeck sind mehrere Sanierungsprojekte vorgesehen. Im Jahr 2027 soll die Fahrbahn der L 548 zwischen Dassel und Relliehausen sowie zwischen Relliehausen und Uslar erneuert werden. Für beide Maßnahmen sind nach Angaben Kopkas insgesamt 1,75 Millionen Euro eingeplant.

Für 2028 nennt der Landtagsabgeordnete weitere Vorhaben in der Region. Dazu gehören die Fahrbahnerhaltung der L 546 in Vardeilsen und im weiteren Verlauf zwischen Vardeilsen und Amelsen. Außerdem sollen Abschnitte der L 580 zwischen Mackensen und Merxhausen sowie der L 592 zwischen Ippensen und Billerbeck saniert werden.

„Das zeigt: Die Investitionen kommen nicht nur abstrakt im Landeshaushalt vor, sondern konkret vor Ort an“, betont Kopka.

Drei Jahre sollen mehr Planungssicherheit schaffen

Das neue Programm betrachtet erstmals einen Zeitraum von drei Jahren statt lediglich des jeweils folgenden Baujahres. Nach Einschätzung Kopkas verbessere dies die Planungssicherheit für Kommunen, Bevölkerung und Bauwirtschaft. Dadurch werde frühzeitiger erkennbar, welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt umgesetzt werden sollen.

Ein Schwerpunkt liege auf der Sanierung besonders kritischer Strecken. Bis zum Ende der Laufzeit des Sondervermögens sollen nach Angaben des Landes rund 2.000 Kilometer des Landesstraßennetzes bearbeitet werden. Das Programm bleibe zugleich flexibel, sodass Projekte abhängig vom Planungsstand ergänzt, angepasst oder zeitlich verschoben werden könnten.

„Natürlich bedeuten Baustellen auch Einschränkungen. Umleitungen und Sperrungen sind für die Menschen vor Ort oft belastend. Aber sie sind notwendig, damit unsere Infrastruktur dauerhaft sicherer und leistungsfähiger wird. Entscheidend ist, dass Niedersachsen den Sanierungsstau nicht weiter vor sich herschiebt, sondern Schritt für Schritt anpackt“, sagt Kopka.

Abschließend erklärt Kopka: „Für eine verlässliche Verkehrspolitik braucht es langfristige Planung und ausreichende Mittel. Das Mehrjahresbauprogramm schafft genau diese Grundlage. Davon profitieren Pendlerinnen und Pendler, Unternehmen, Kommunen und alle, die täglich auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen sind.“

Foto: Wahlkreisbüro René Kopka, MdL


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Holzminden (awin). Wenn Beschwerden plötzlich auftreten und sich nicht einschätzen lassen, beginnt für Betroffene oft die Suche nach der richtigen medizinischen Anlaufstelle. Ab Dienstag, 1. September, gibt es dafür in Holzminden ein zusätzliches Angebot: Das Regionale Krankenhaus eröffnet eine Akut-Ambulanz. Sie richtet sich an Menschen, deren Beschwerden zeitnah abgeklärt werden sollten. Ein Termin oder eine Überweisung ist dafür nicht erforderlich.

Geöffnet ist die Akut-Ambulanz montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Sie befindet sich im ersten Obergeschoss des Regionalen Krankenhauses am „Forster Weg“ 34. Geschäftsführer Ingo Goldammer verbindet mit dem Start einen weiteren Entwicklungsschritt: „Wir als Krankenhaus-Betrieb freuen uns, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“

Wenn zunächst unklar ist, was hinter den Beschwerden steckt

Gedacht ist das Angebot unter anderem für neu aufgetretene oder sich verschlechternde Beschwerden, Schmerzen und andere gesundheitliche Probleme, die zeitnah ärztlich untersucht werden sollten. Gerade wenn die Ursache zunächst unklar ist, soll die Akut-Ambulanz Orientierung geben und den weiteren Behandlungsweg klären.

„Viele Menschen sind unsicher, wie ernst ihre Beschwerden einzuschätzen sind oder an wen sie sich wenden sollen“, berichtet Dr. Andreas Press, Ärztlicher Leiter des Regionalen Krankenhauses Holzminden. Die Akut-Ambulanz setze genau an diesem Punkt an. Patientinnen und Patienten sollen dort ärztlich eingeschätzt werden, die notwendige Diagnostik erhalten und bei Bedarf direkt zur weiteren Behandlung vermittelt werden.

Fachärztliche Behandlung direkt am Standort möglich

Dabei kann das Regionale Krankenhaus auf die Facharztpraxen des MVZ Holzminden am selben Standort zurückgreifen. Je nach Befund können weitere Untersuchungen oder eine fachärztliche Behandlung veranlasst werden. Bei Verletzungen oder Beschwerden des Bewegungsapparates ist beispielsweise eine Weiterleitung an die chirurgischen oder orthopädischen Praxen im Haus möglich.

Auch eine stationäre Aufnahme kann sich unmittelbar anschließen, wenn eine weitere Überwachung oder eine Behandlung über Nacht erforderlich ist. Das Regionale Krankenhaus verfügt über 20 Betten sowie eine durchgehende ärztliche und pflegerische Versorgung.

„Wir bieten Versorgung eins-zu-eins auf Krankenhaus-Niveau“, betont Goldammer. Der Vorteil des Modells liege aus Sicht des Geschäftsführers darin, Diagnostik, fachärztliche Behandlung und bei Bedarf die stationäre Versorgung an einem Standort miteinander verbinden zu können.

Melina Potthast entscheidet sich bewusst für Holzminden

Eine zentrale Aufgabe in der neuen Akut-Ambulanz übernimmt Melina Potthast als Physician Assistant. Den Standort kennt sie bereits aus ihrer früheren Tätigkeit im Holzmindener Krankenhaus. Nach ihrer Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten und ihrer Arbeit in der damaligen Notaufnahme absolvierte sie ein dreijähriges Studium zur Physician Assistant.

Nun kehrt sie nach Holzminden zurück. „Ich habe mich ganz bewusst für den Standort Holzminden entschieden. Die Stelle war bei mir die erste Wahl“, sagt Potthast. Goldammer zufolge sei ihre Position wichtig, weil damit ärztliche Kompetenz unmittelbar in den Aufnahmebereich gebracht werde.

Melina Potthast bei der Arbeit
Bei lebensbedrohlichen Notfällen bleibt die 112 entscheidend

Eine Notaufnahme für lebensbedrohliche Situationen ist die Akut-Ambulanz allerdings nicht. Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit oder anderen akuten Notfällen muss weiterhin unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden.

Ebenso ersetzt das Angebot weder die hausärztliche Betreuung noch den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung außerhalb der regulären Sprechzeiten. Die Akut-Ambulanz soll die bestehende ambulante Versorgung ergänzen.

Krankenhaus erhofft sich Entlastung für die Region

Mit dem neuen Angebot reagieren die Verantwortlichen zugleich auf die Situation der medizinischen Versorgung im Landkreis. „Mit der Akut-Ambulanz wollen wir auch Entlastung schaffen im Hinblick auf schließende Hausarzt-Praxen und überfüllte Notaufnahmen“, erklärt Goldammer. Ob und in welchem Umfang das gelingt, wird sich nach dem Start im laufenden Betrieb zeigen.

Für die Pflegerische Leitung Nina Möller steht die Eröffnung auch für die Entwicklung des Krankenhausstandortes. „Es ist schön zu sehen und einfach klasse, dass wir uns weiterentwickeln“, sagt sie.

Fotos: awin

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