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Einbeck

Einbeck (red). „try & error“ lautet der Titel der Ausstellung von Wolfgang Ellenrieder, die in den Räumen der KWS Art Lounge in der „Tiedexer Straße“ in Einbeck noch bis zum 15. August zu sehen ist. Am letzten Öffnungstag wird der Künstler anwesend sein, um Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit zum Gespräch zu bieten. Versuch und Irrtum beschreibt eine künstlerische Haltung, bei der Sehen, Zweifeln und Neuordnen untrennbar miteinander verbunden sind.

Zwischen Mikro- und Makrokosmos

Wolfgang Ellenrieders Bilder lassen Motive greifbar erscheinen und lösen sie gleichzeitig in weicher Unschärfe auf. Kippeffekte verschieben Nähe und Ferne. Größen wechseln zwischen Mikro- und Makrokosmos. Auf den 14 gezeigten Werken sind meist vegetabile Formen, Vorstufen von Pflanzen, Stängel sowie an Molekülstrukturen erinnernde Formen zu sehen, wie sie unter einem Mikroskop sichtbar werden. Die Ausstellung lädt dazu ein, den kreativen Prozess hinter den Werken Wolfgang Ellenrieders zu entdecken.

Kunst und Züchtung im Gespräch

Parallelen, aber auch Unterschiede in der prozesshaften Arbeitsweise von Wolfgang Ellenrieder und in der Züchtung eines forschungsbasierten Unternehmens wie KWS standen am 6. Juli im Mittelpunkt eines Künstlergesprächs. Gemeinsam mit dem Leipziger Kunsthistoriker und Autor Wolfgang Ullrich diskutierten der Künstler Wolfgang Ellenrieder und Thomas Ehrhardt, Head of Global Research and Services bei KWS, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen künstlerischer und wissenschaftlicher Arbeit.

Neue Perspektiven auf die Werke

Zahlreiche Gäste gewannen neue Einblicke in die Verbindung von Kunst und wissenschaftlichem Denken und lernten die Werke aus einer anderen Perspektive kennen. Die unterschiedlichen Sichtweisen der Gesprächspartner sowie die Beiträge aus dem Publikum sorgten für einen lebendigen und inspirierenden Austausch. Die Veranstaltung eröffnete neue Perspektiven auf überraschende Verbindungen zwischen Forschung und Kreativität und erwies sich durch ihre besondere Atmosphäre als gelungene Bereicherung der Ausstellung.

Vorgaben im künstlerischen Prozess

Ein Künstler denke nicht unmittelbar an sein Publikum, „aber ich mache mir Gedanken darüber, was die Menschen sehen sollen“, verriet Wolfgang Ellenrieder. Seine Arbeiten entstünden natürlich nicht nach „Schema F“. Dennoch gebe es auch im künstlerischen Prozess Vorgaben, etwa bei Bildserien oder ortsspezifischen Arbeiten für einen bestimmten Raum. „Nicht alles, was spontan ausschaut, ist mit einem Pinselschwung entstanden“, sagte Ellenrieder.

Ein eigenes „Formenvokabular“

Erfahrene Künstler hätten sich im Laufe der Jahre ein eigenes „Formenvokabular“ erarbeitet und verfügten über unterschiedliche Strategien, um Ideen zu visualisieren. Dadurch könnten sie oftmals einschätzen, welche Auswirkungen die Veränderung eines Parameters auf ein Werk habe. Überraschungen seien jedoch nie ausgeschlossen.

Ellenrieder erläuterte auch seine Arbeitsweise: Er mischt seine Farben selbst an und verwendet nicht die normierten Farbtöne aus der Tube. Stattdessen wählt er Pigmente und Bindemittel sorgfältig aus.

Perspektivwechsel auf der Leiter

Seine meist großformatigen Leinwände liegen dabei auf dem Boden. Um das entstehende Werk aus einer anderen Perspektive zu betrachten und gegebenenfalls korrigierend einzugreifen, steigt er auch mal auf eine Leiter.

Die Forschung und Züchtung seien dagegen im Wesentlichen geprägt vom Ausmustern unerwünschter Kombinationen und vom gezielten Hinarbeiten auf ein klar definiertes Zielbild, erläuterte Thomas Ehrhardt.

Zielbild in Forschung und Züchtung

Durch Kreuzungen und Selektion Tausender Pflanzen würden jene Nachkommen identifiziert, die den angestrebten Eigenschaften möglichst nahekämen. Ziel des Entwicklungsprozesses sei idealerweise eine neue Sorte. Die einzelnen Arbeitsschritte würden dabei sorgfältig dokumentiert.

In der Kunst dauere es oft länger, bis ein Bild für den Künstler tatsächlich vollendet sei, erklärte Wolfgang Ellenrieder. Gleichzeitig könne er im Entstehungsprozess jederzeit korrigierend eingreifen und dadurch mitunter sogar bessere Lösungen finden als ursprünglich geplant.

Korrekturen bis zum fertigen Werk

Manchmal störe ihn lange eine bestimmte Stelle im Bild. Erst wenn er auch mit diesem Detail zufrieden sei, gelte das Werk für ihn als abgeschlossen. Zudem könnten Bilder überarbeitet oder übermalt werden. Dadurch entstünden wenige „Totalirrtümer“, deren Zahl mit wachsender Erfahrung weiter abnehme.

In der Forschung hingegen sei der Weg zum gewünschten Ergebnis von zahlreichen Versuchen geprägt. Es brauche viele Tests, um jene Merkmale zu identifizieren, die die Züchtung dem definierten Ziel näherbringen, sagte Ehrhardt.

Versuche auf dem Weg zum Ergebnis

Entscheidend sei dabei, möglichst früh diejenigen Ansätze zu erkennen, die nicht zielführend seien. Im modernen Züchtungsprozess gebe es jedoch auch gezielte Möglichkeiten, kreativ Veränderungen herbeizuführen. Durch das Wissen über genetische Codierungen, die beispielsweise für bestimmte Pflanzenkrankheiten verantwortlich seien, könnten Entwicklungen gezielt beeinflusst werden.

Das sei, so Ehrhardt, durchaus vergleichbar mit der Entscheidung eines Künstlers für einen bestimmten Pinsel, mit dem sich eine gewünschte Wirkung verlässlich erzielen lasse.

Kreative Impulse für Mitarbeitende

Thomas Ehrhardt erinnerte daran, dass KWS mit den in den Forschungsgebäuden gezeigten Kunstwerken bewusst kreative Impulse für Mitarbeitende schaffen wolle. Inspiration sei wichtig, um gewohnte Denk- und Handlungsmuster gelegentlich zu verlassen. Dabei gelte es, zwischen Wissenschaft und Forschung zu unterscheiden: Die eher an Universitäten und Forschungsinstituten verfolgte, ergebnisoffene, freie Wissenschaft sei dem künstlerischen Schaffensprozess oft näher als die stärker zielorientierte Forschung, die auf die Entwicklung marktfähiger Produkte ausgerichtet sei.

Balance zwischen Methode und Offenheit

Die in den Gebäuden von KWS gezeigten Kunstwerke seien ein Beispiel dafür, wie solche Impulse auch im Arbeitsalltag dazu beitragen könnten, die Balance zwischen methodischem Arbeiten und kreativer Offenheit zu fördern.

„Die genialen Dinge passieren nicht, wenn jemand linear einen Schritt nach dem anderen setzt und einer Methode folgt, sondern wenn jemand mal etwas ganz anderes ausprobiert“, hatte bereits Stephan Krings, Head of Global Marketing & Communications der KWS, bei der Vernissage betont.

International etablierte Position

Mit Wolfgang Ellenrieder tritt die bislang in der KWS Art Lounge präsentierte junge Kunst erstmals in einen Dialog mit einer international etablierten künstlerischen Position. Der gebürtige Münchner studierte von 1981 bis 1989 an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 2010 ist er Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. Seine Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und den USA.

Nächste Ausstellung im Wetterau-Museum

Seine nächste Ausstellung ist vom 12. September bis 1. November 2026 im Wetterau-Museum zu sehen. Die Gemeinschaftsschau zum Jubiläum „50 Jahre KVFB“ versammelt neben Wolfgang Ellenrieder zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler und würdigt das vielfältige künstlerische Schaffen, das den Kunstverein Friedberg seit fünf Jahrzehnten prägt.

Unter anderem werden Werke von Marina Abramović, Julian Schnabel, Thomas Bayrle, Andrea Pesendorfer, Franz Erhard Walther und K.O. Götz gezeigt.

„Sweet Harmony“ folgt in Einbeck

Gleichzeitig markiert die Ausstellung den Einzug des Kunstvereins Friedberg in seine neuen Räumlichkeiten im Wetterau-Museum.

„Sweet Harmony“ lautet der Titel der nächsten Ausstellung in der KWS Art Lounge. Sie wird am Donnerstag, 27. August, um 18.30 Uhr eröffnet und ist anschließend bis zum 31. Oktober in der „Tiedexer Straße“ in Einbeck zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten des Künstlers Philipp Stöckel.

Die KWS Art Lounge in der „Tiedexer Straße 20“ in Einbeck ist donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Foto: Julia Lormis


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Dringender Bedarf für neue Kindergärten in Stadtoldendorf und Holzen

Die Schaffung moderner, zeitgemäßer Kindertagesstätten, wie sie in Stadtoldendorf und Holzen geplant sind, steht ganz oben auf der Prioritätenliste der FDP. In der Kita „Pusteblume“ in Stadtoldendorf konnten wir uns von der hervorragenden Arbeit des Betreuungsteams ein Bild machen. Es wird aber dringend Zeit für neue, zeitgemäße Räumlichkeiten. Außerdem werden dringend zusätzliche Plätze gebraucht, um allen Kindern einen Platz anbieten zu können. Das gilt ebenso für die geplante neue Kita in Holzen für den Raum Eschershausen.

Unser Ziel ist eine familienfreundliche Samtgemeinde. Deshalb müssen die Neubaupläne für die Kitas ohne Verzögerung umgesetzt werden.

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Auftraggeber und finanziert durch: FDP Kreisverband Holzminden. Verantwortlich (V.i.S.d.P.): Hermann Grupe, Vorsitzender

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Bodenwerder-Polle

Bodenwerder (awin). Die Feuerwehr Schoholtensen/Altenhagen ist Landesmeister 2026. Beim 18. Landesentscheid der niedersächsischen Feuerwehren setzte sich die Einheit am Sonntag, 6. September, in Bodenwerder gegen 39 weitere Gruppen durch. Platz zwei belegte die Feuerwehr Kalbe, Rang drei ging an die Feuerwehr Klein Meckelsen.

Rund 3000 Besucherinnen und Besucher verfolgten den Wettbewerb auf dem Gelände der Saint-Gobain Rigips GmbH. Ab 8 Uhr traten dort die 40 besten Feuerwehreinheiten Niedersachsens gegeneinander an.

Fünf Prüfungen entscheiden über den Titel

Die Gruppen hatten sich zuvor über Leistungsvergleiche auf Gemeinde-, Kreis- und Regionalebene für den Landesentscheid qualifiziert. In Bodenwerder mussten sie fünf Module absolvieren: einen Löschangriff, das Kuppeln einer Saugleitung, eine Fahrübung, eine Belastungsübung unter Atemschutz und eine Funkübung über Digitalfunk.

Insgesamt waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rund eineinhalb Stunden mit den Prüfungen beschäftigt. Gefragt waren Schnelligkeit, Präzision, Kondition und Teamarbeit. Die Aufgaben orientieren sich am Feuerwehralltag und sollen zugleich den Ausbildungs- und Übungsdienst unterstützen.

Ein Jahr Planung für den Landesentscheid

Hinter der Veranstaltung stand ein erheblicher organisatorischer Aufwand. Rund ein Jahr liefen die Planungen für den Landesentscheid. Am Veranstaltungswochenende waren rund 150 Feuerwehrkräfte aus Bodenwerder, Linse, Rühle und Heinsen mit der Organisation beschäftigt. Ausgerichtet wurde der Wettbewerb von der Ortsfeuerwehr Bodenwerder gemeinsam mit der Münchhausenstadt Bodenwerder.

Regierungsbrandmeister Dascho Wehner hatte sich nach eigenen Angaben auf Landesebene persönlich dafür eingesetzt, den Landesentscheid nach Bodenwerder und damit in den Zuständigkeitsbereich Weser zu holen. Das damit verbundene Vertrauen in die Ortsfeuerwehr Bodenwerder und die Verantwortlichen vor Ort sei mehr als gerechtfertigt gewesen. „Dieses Vertrauen wurde nicht nur bestätigt, sondern weit übertroffen“, bilanzierte Wehner nach der Veranstaltung.

Viel Herzblut hinter den Kulissen

Besonders beeindruckt habe ihn, mit wie viel Herzblut, Zusammenhalt und persönlichem Einsatz der Landesentscheid vorbereitet und durchgeführt worden sei. Viele Beteiligte hätten über Monate zahlreiche Stunden investiert, Verantwortung übernommen und angepackt, erklärte der Regierungsbrandmeister.

Auch abseits der Wettbewerbsflächen wurde den Besucherinnen und Besuchern ein Programm geboten. Dazu gehörten moderne und historische Feuerwehrfahrzeuge, Feuerwehrtechnik sowie Angebote für Familien. Bereits am Samstagabend hatte eine Open-Air-Party im Rathauspark unter dem Motto „Baron on Fire“ den Auftakt des Wochenendes gebildet.

Bodenwerder im Mittelpunkt der Feuerwehrwelt

Mit dem Landesentscheid wurde Bodenwerder für ein Wochenende zum Treffpunkt der niedersächsischen Feuerwehrwelt. Für die 40 teilnehmenden Gruppen ging es um den Landestitel – und zugleich darum zu zeigen, was hinter sicheren Abläufen im Einsatz steckt: Ausbildung, regelmäßiges Training und viel persönlicher Einsatz.

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Fotos: awin, Feuerwehr

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