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Einbeck
Bei einer Diskussionsveranstaltung in Einbeck standen Pflegeplätze, Fachkräfte und die künftige Gesundheitsversorgung im Mittelpunkt.

Einbeck (red). Wie kann eine gute und verlässliche Pflege in Einbeck auch in Zukunft sichergestellt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung mit dem Landtagsabgeordneten und SPD-Bürgermeisterkandidaten René Kopka und Andrea Prell, der pflegepolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Mit dabei waren Pflegekräfte, Vertreterinnen und Vertreter von Pflegeeinrichtungen, Angehörige sowie weitere Gäste. Auch die Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt und der SPD-Landratskandidat Simon Hartmann nahmen an der Veranstaltung teil.

„Pflege betrifft nahezu jede Familie. Sie ist ein gesellschaftliches Rückgrat und steht für Würde, Menschlichkeit und Zusammenhalt“, machte René Kopka deutlich. Er dankte den haupt- und ehrenamtlich Engagierten in der Pflege ebenso wie den Angehörigen, die täglich Verantwortung für pflegebedürftige Menschen übernehmen. „Pflege ist mehr als ein Beruf – sie ist eine unverzichtbare gesellschaftliche Aufgabe.“

Situation der Pflegeplätze in Einbeck wird thematisiert

Ein Schwerpunkt der Diskussion war nach Angaben der SPD die Situation in Einbeck. Insbesondere die Frage, wie nach der Schließung des Alloheims ausreichend Pflegeplätze im Stadtgebiet zur Verfügung gestellt werden können, sei intensiv erörtert worden. Nach Darstellung der Veranstalter seien die Herausforderungen groß und ließen sich nicht auf einer politischen Ebene allein lösen.

„Wir müssen gemeinsam schauen, was wir als Kommune leisten können und wo Land und Bund gefragt sind“, so Kopka. Für die Stadt sieht er unter anderem die Aufgabe, gute Beratungsangebote für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vorzuhalten und die verschiedenen Akteure stärker miteinander zu vernetzen. Auch ambulante Angebote, Tagespflege, Kurzzeitpflege und weitere Entlastungsangebote müssten aus seiner Sicht weiterentwickelt werden.

„Am besten ist es, wenn durch präventive Maßnahmen eine stationäre Pflege nicht oder erst viel später notwendig wird“, so Andrea Prell.

Kopka fordert eine Stärkung der Gesundheitsversorgung

Kopka betonte zugleich, dass Pflege aus seiner Sicht nicht isoliert von der allgemeinen Gesundheitsversorgung betrachtet werden könne. Die wohnortnahe medizinische Versorgung müsse gesichert werden. Die Verlagerung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes von Einbeck nach Northeim habe nach seiner Einschätzung gezeigt, wie wichtig eine gute Erreichbarkeit medizinischer Angebote für die Menschen vor Ort sei.

„Wir müssen Haus- und Fachärzte für unsere Stadt gewinnen und die Gesundheitsversorgung insgesamt stärken.“

Auch das Einbecker Krankenhaus spiele nach Auffassung Kopkas dabei eine zentrale Rolle. „Einbeck braucht auch künftig ein eigenes Krankenhaus. Das ist für die Gesundheitsversorgung unserer Stadt und der gesamten Region von entscheidender Bedeutung“, sagte Kopka.

Prell berichtet über die „Konzertierte Aktion Pflege Niedersachsen“

Andrea Prell gab einen Einblick in die Arbeit des Landes und insbesondere in die „Konzertierte Aktion Pflege Niedersachsen“ (KAP.Ni). Ziel sei es nach ihren Angaben, die unterschiedlichen Akteure zusammenzubringen und gemeinsam konkrete Verbesserungen für die Pflege zu erreichen.

Dazu gehörten unter anderem die automatische Refinanzierung von Tarifsteigerungen, eine bessere Zusammenarbeit, der Abbau von Bürokratie, der sinnvolle Einsatz digitaler Lösungen, die Unterstützung pflegender Angehöriger und Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften.

„Politik funktioniert dann, wenn sie gemeinsam mit den Menschen Lösungen entwickelt“, betonte Prell. Gerade der direkte Austausch mit denjenigen, die täglich in der Pflege arbeiten, sei deshalb aus ihrer Sicht besonders wichtig.

Ombudsstelle soll Pflegeauszubildende unterstützen

Ein weiterer Schwerpunkt war die Ausbildung von Pflegefachkräften. Prell erläuterte den geplanten Aufbau einer Ombudsstelle für Pflegeauszubildende. Sie soll nach ihren Angaben jungen Menschen bei Konflikten während der Ausbildung Unterstützung bieten und dazu beitragen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.

„Wer sich für die Pflege entscheidet, verdient unsere Unterstützung“, so Prell.

Nach Darstellung der Veranstalter wurde in der Diskussion die Bedeutung guter Rahmenbedingungen für Beschäftigte in der Pflege hervorgehoben. Genannt wurden attraktive Ausbildungsbedingungen, eine angemessene Bezahlung, weniger Bürokratie und eine Digitalisierung, die Pflegekräfte entlasten solle. Der Fachkräftemangel wurde dabei als eine der größten Herausforderungen bezeichnet.

Kopka kündigt Austauschformat und Pflegemesse an

Kopka erklärte, dass aus seiner Sicht auch die Stadt Einbeck einen Beitrag zur Gesundheits- und Pflegeversorgung leisten müsse. „Als Bürgermeister werde ich die Gesundheits- und Pflegeversorgung stärker in den Blick nehmen. Dazu gehört für mich, regelmäßig mit Ärzten, Pflegeeinrichtungen, dem Krankenhaus und den Krankenkassen im Gespräch zu sein und die Zusammenarbeit vor Ort zu stärken.“

Darüber hinaus könne die Stadt nach Ansicht Kopkas konkrete Impulse setzen. Er kündigte an, sich für ein dauerhaftes Austauschformat zum Thema Pflege und die Etablierung einer „Pflegemesse in Einbeck“ einzusetzen.

„Wir müssen Pflege stärker sichtbar machen, Menschen informieren und diejenigen zusammenbringen, die Verantwortung tragen. Eine Pflegemesse könnte dafür ein guter Baustein sein.“

SPD sieht Verantwortung auf mehreren politischen Ebenen

Nach Darstellung der Veranstalter habe die Diskussion gezeigt, dass Pflege ein Thema sei, das mehrere politische Ebenen miteinander verbinde. Während Bund und Land insbesondere bei den Rahmenbedingungen, der Finanzierung und der Fachkräftesicherung gefordert seien, habe die Kommune aus Sicht der SPD Möglichkeiten bei Beratung, Vernetzung, Infrastruktur und der Gestaltung des örtlichen Umfelds.

„Gute Pflege ist kein Luxus. Sie entscheidet darüber, ob Menschen im Alter, bei Krankheit oder bei einer Behinderung würdevoll leben können“, sagte Kopka zum Abschluss. „Deshalb müssen wir heute die richtigen Entscheidungen treffen – für die Pflegekräfte, für pflegende Angehörige und für alle Menschen in unserer Stadt. Dafür braucht es engagierte Pflegekräfte, starke Einrichtungen, ein leistungsfähiges Krankenhaus und eine verlässliche Gesundheitsversorgung. Dafür möchte ich mich auch künftig mit ganzer Kraft einsetzen.“

Foto: SPD


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Holzminden

Holzminden (mhn). In diesem Sommer verwandelt sich Holzminden wahrlich in ein Mekka für Liebhaber seltener Automobile. Mitte August begeisterte der Isetta-Club mit seinem Jahrestreffen 2026 die Automobil-Enthusiasten der Region. Vom 3. bis 6. September finden die noch selteneren Volkswagen 411 und 412 ihren Weg in die Kreisstadt. Der Verein „VW411-412 Friends e. V.“ lädt in diesem Jahr zum 4. Internationalen Typ-4-Treffen ins Weserhotel Schwager ein.

Nach Vereinsangaben darf sich die Region auf 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 35 Volkswagen dieses Typs aus den 1960er- und 1970er-Jahren freuen.

Fans dieses Klassikers haben am Freitag, 4. September, ab 16 Uhr die seltene Möglichkeit, die Typen 411 und 412 vor dem Weserhotel Schwager zu bestaunen, wenn zeitgleich der Teilemarkt veranstaltet wird.

Ein Blick auf die Fahrzeuge beim 3. Internationalen Jahrestreffen 2025 in Isny im Allgäu: Anfang September kommen zahlreiche VW Typ 4 nach Holzminden.
Nur noch 205 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen

Welch eine Rarität Holzminden Anfang September besuchen wird, macht Vereinspräsident Dr. Hilmar Walde deutlich: „Der zugelassene Gesamtbestand dieser Fahrzeuge beträgt in Deutschland im Jahr 2026 nur noch 205 Fahrzeuge, wir werden also fast 20 Prozent dieser Fahrzeuge vor Ort in Holzminden zu besichtigen haben.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Deutschland, Dänemark, Österreich oder den Niederlanden, wobei die längste Anreise ein Mitglied aus Graz in Österreich hat. Über eine Strecke von rund 1.000 Kilometern wird der Typ 4 auf einem Trailer nach Holzminden gebracht, um an diesem Jahrestreffen teilnehmen zu können. Die zweitweiteste Anreise hat ein Teilnehmer aus Dänemark: Sein VW Typ 4 wird rund 600 Kilometer bewältigen, bevor er im Weserbergland ankommen wird.

Ausfahrten führen nach Hessisch Oldendorf, Einbeck und Wolfsburg

Von der Kreisstadt aus organisiert der internationale Verein mehrere Ausfahrten und Besichtigungen. So dürfen sich die teilnehmenden Vereinsmitglieder unter anderem auf eine Führung durch die Grundmann-VW-Sammlung in Hessisch Oldendorf freuen. Nicht fehlen darf der Besuch der PS.SPEICHER-Erlebniswelt in Einbeck.

Zum Abschluss des Jahrestreffens ist eine Ausfahrt in Richtung Wolfsburg geplant. Dort erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Führung durch das VW-Automuseum und das Motorenkabinett, bevor die Vereinsmitglieder am Sonntag ihre Heimreise antreten.

Mehr als 100 Mitglieder aus elf Ländern

Nach eigenen Angaben sind die „VW411-412 Friends e. V.“ der einzige internationale Verein für Liebhaber des VW Typ 4. Der Verein zählt weltweit mehr als 100 Mitglieder aus elf Ländern. Unter anderem unterstützen sich die Vereinsmitglieder bei der Suche nach Ersatzteilen, beim Austausch technischer Informationen sowie bei Fragen rund um den Erhalt und die Nutzung der seltenen Fahrzeuge. Überdies gibt der Verein eine zweisprachige digitale Vereinszeitschrift heraus.

Vom VW 411 zum VW 412

Der VW Typ 4 wurde von 1968 bis 1974 gebaut. Bei dem Volkswagen handelt es sich um einen Mittelklasse-Pkw mit luftgekühltem Vierzylinder-Boxermotor.

Der VW 411 wurde zunächst im Volkswagenwerk Wolfsburg produziert, bevor seine Fertigung im Juli 1972 auslief. Auch der Nachfolger VW 412 wurde zunächst in Wolfsburg gebaut. Ab August 1973 verlagerte Volkswagen die Produktion jedoch in das Werk nach Salzgitter. Im Juli 1974 lief schließlich der letzte VW 412 vom Band.

Insgesamt wurden rund 370.000 Fahrzeuge des VW Typ 4 produziert. Davon entfielen rund 250.000 Exemplare auf den VW 411.

Wer mehr über den Verein und die Historie des VW Typ 4 erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Internetseite der „VW411-412 Friends e. V.“.

Seltene VW 411 und 412 beim 3. Internationalen Jahrestreffen der „VW411-412 Friends e. V.“ 2025 in Isny im Allgäu.

Fotos: Laurenz Blanck

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