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Landkreis Holzminden
Die Weser-Tapas brachten dem Weserhotel Schwager in Holzminden die Auszeichnung mit der Regionalmarke Echt! ein. Überreicht wurde die Urkunde vom Bürgermeister der Stadt Holzminden Christian Belke und von Sylvana Westbomke (Solling-Vogler-Region im Weserbergland e. V.)

Landkreis Holzminden (red). Die Regionalmarke „Echt!“ der Solling-Vogler-Region wächst weiter: Fünf neue Betriebe wurden jetzt ausgezeichnet. Damit zählt die Regionalmarke „Echt!“ inzwischen 63 Mitglieder und steht für regionale Qualität, kurze Wege und Heimatverbundenheit.

Wesermost: Junge Gründer, regionale Früchte, neue Ideen

Zu den neuen Mitgliedern gehört die Wesermost UG aus Ottenstein. Hinter dem Betrieb stehen Jannes Lange, Christoph Schaper und Julius Reiner, die gemeinsam mit ihren Familien regionales Obst zu besonderen Getränken veredeln. Zertifiziert wurden unter anderem Apfelcider, Birne-Zimt-Likör und Apfel-Kirsch-Secco.

Besonders ist dabei nicht nur das Sortiment, sondern auch die Haltung dahinter: Die Früchte stammen aus der Region, verarbeitet wird vor Ort und auch alte Obstsorten spielen eine wichtige Rolle. Die „Echt!“-Urkunde wurde den Gründern im Rahmen des Sound of Wine Festivals von Sebastian Rode, Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle, überreicht.

Im Rahmen des Sound of Wine Festivals nahmen Jannes Lange, Christoph Schaper und Julius Reiner von der Wesermost UG ihre Echt!-Urkunde von Bürgermeister der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle Sebastian Rode entgegen.
Neue Zertifizierung für besondere Imkereiprodukte

Bereits seit 2014 ist die Ökologische Imkerei Oberweser von Berthold Schrimpf aus Uslar-Fürstenhagen Teil der Regionalmarke. Neu zertifiziert wurden dort weitere Spezialitäten: Bioland-Apfel-Quitten-Honigweinbrand, Bio-Johannisbeer-Honigwein und ein Bioland-Essig-Aperitif. Damit wächst auch innerhalb bestehender Mitgliedsbetriebe das Angebot regional ausgezeichneter Produkte weiter.

Timmermanns Hof erhält Auszeichnung

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Ferienbauernhof Timmermanns Hof in Ottenstein-Lichtenhagen. Der traditionsreiche Familienbetrieb steht für Urlaub auf dem Bauernhof und ein naturnahes Hofleben mit Tieren, Weitläufigkeit und direktem Kontakt zur Landwirtschaft. Mit dem „Echt!“-Siegel ausgezeichnet wurden die Freilandeier und Freilandhähnchen des Hofes.

Für ihre Freilandeier und Freilandhähnchen wurde Timmermanns Hof in Ottenstein-Lichtenhagen mit der Regionalmarke Echt! ausgezeichnet. Die Urkunde überreichten Samtgemeindebürgermeister Bodenwerder-Polle Sebastian Rode und Bürgermeisterin Ottenstein Diana Lönnecker.
Gastronomie setzt auf Regionalität

Auch in der Gastronomie wächst die Regionalmarke weiter. Das familiengeführte Gasthaus „Zum Lindenwirt“ in Wesertal-Weißehütte wurde für seine hausgemachte Kartoffelpfanne mit dem „Echt!“-Siegel ausgezeichnet.

Die Kartoffelpfanne steht für echte Regionalität: Kartoffeln aus eigenem Anbau und Freilandeier aus der Gemeinde, geliefert vom Fährhof Lippoldsberg, bilden die Grundlage des Gerichts – frisch, nah und authentisch aus dem Wesertal. Das Landgasthaus liegt direkt am Radweg R1 und nur rund 300 Meter von der Weser entfernt – ein beliebter Ausgangspunkt für Radfahrerinnen und Radfahrer, Wanderinnen und Wanderer sowie Kanufahrerinnen und Kanufahrer.

Bei der Urkundenübergabe im Gasthaus „Zum Lindenwirt“ in Wesertal-Weißehütte freuten sich Harald Henne, Martina Henne, Sabrina Henne und Mohammad Masoud über die Auszeichnung für die hausgemachte Kartoffelpfanne. Überreicht wurde die Auszeichnung von Sylvana Westbomke vom Solling-Vogler-Region im Weserbergland e. V. 
Weserhotel Schwager und Landhotel am Rothenberg ausgezeichnet

Mit dem Weserhotel Schwager in Holzminden wurde ein weiterer gastronomischer Betrieb neu in die Regionalmarke aufgenommen. Das hauseigene Restaurant „Bauzers“ liegt direkt am historischen Hafen und lädt mit Terrasse und Blick auf den Burgturm zum Verweilen ein. Ausgezeichnet wurden die Weser-Tapas – kleine, sorgfältig komponierte Gerichte, bei denen die Herkunft der Zutaten im Mittelpunkt steht. Vom Sollinger Rehwild über Ziegenkäse aus Glesse bis hin zum Weseraal aus heimischen Gewässern zeigt sich hier, wie regionaler Genuss modern interpretiert werden kann.

Auch das Landhotel am Rothenberg in Uslar-Volpriehausen wurde neu zertifiziert. Das Haus besteht seit 1964 und ist ein Familienunternehmen in dritter Generation. Neun aktiv mitwirkende Familienmitglieder und rund 80 Mitarbeitende prägen heute die besondere Atmosphäre des Hotelresorts. Eigene Werte wie der bewusste Umgang mit Ressourcen und die enge Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten gehören fest zur Philosophie des Betriebs. Ausgezeichnet wurden unter anderem Wildschweinragout aus dem Solling und frisch zubereitetes Forellenfilet aus heimischen Gewässern.

Bei der Urkundenübergabe beim Landhotel am Rothenberg waren Marcelo Senra Alonso (Küchenchef), Oliver Zimmermann (Chef de Partie), Ariane Senra Alonso, Kevin Schwarz und Henrik Schwarz dabei. Überreicht wurde die Urkunde von Torsten Bauer, Bürgermeister der Stadt Uslar, gemeinsam mit Claudia Filpe von der Touristikinformation Uslar.

Fotos: SVR

 

 

 

 

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Holzminden

Holzminden (ber). Der Pegel der Weser ist deutlich gesunken. An der Messstation in Höxter liegt der Wasserstand laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aktuell bei etwa 57 Zentimetern. Mitte Juli zeigten die Messwerte noch einen Pegelstand von etwa 120 Zentimetern an. Doch der niedrige Wasserstand bedeutet keine Entwarnung: Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden warnt davor, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren.

Doch wie gefährlich ist die Weser bei Niedrigwasser wirklich? Welche neuen Gefahren ergeben sich hierdurch? Die Redaktion hat bei der DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V. nachgefragt und wichtige Hinweise über mögliche Gefahren bei Niedrigwasser erhalten.

Niedriger Wasserstand bedeutet nicht weniger Risiko

„Viele Menschen verbinden einen niedrigen Wasserstand mit einem geringen Risiko“, berichtet Niko Stille, 2. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Holzminden, in Bezug auf die Weser. Die typischen Gefahren in der Weser würden jedoch bestehen bleiben. Hinzu kämen weitere Risiken, die bei einem normalen Pegelstand weniger auffielen.

„Die Strömung kann selbst bei niedrigem Wasserstand erheblich sein und verändert sich durch Engstellen oder Untiefen teilweise sogar. Hinzu kommen rutschige Steine, plötzlich tiefere Bereiche sowie Hindernisse wie Äste oder andere Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche liegen. Wer die Weser unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr“, erklärt Stille.

Ausgespülte Bereiche werden sichtbar

Bei Niedrigwasser hat die DLRG die Möglichkeit, Gefahrenstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ergreifen. Aktuell würden immer mehr Bereiche sichtbar werden, in denen auf flache Abschnitte plötzlich deutlich tiefere Stellen folgen.

Diese wurden durch die Strömung so weit ausgespült, dass dort kein sicherer Stand mehr möglich ist. Beim Begehen der Weser kann sich daraus eine Gefahr entwickeln.

„Sichtbar werden genau solche Stellen aktuell beispielsweise, wenn man von der Holzmindener Weserbrücke Richtung Getreidespeicher schaut“, warnt Niko Stille.

Trotz des geringen Pegelstands rät die DLRG-Ortsgruppe Holzminden davon ab, die Weser zu betreten. Wer dennoch in der Weser schwimmen möchte, kann auf Veranstaltungen zurückgreifen, bei denen das Schwimmen unter Aufsicht stattfindet. Solche Angebote gab es zuletzt im Juli in Rinteln; Ende August ist das Weserschwimmen in Lüchtringen vorgesehen. Alternativ stehen bekannte Badegewässer wie der Godelheimer See zur Verfügung.

Durchquerungen können schnell gefährlich werden

„Gerade an warmen Tagen stellen wir fest, dass der niedrige Wasserstand viele Menschen dazu verleitet, die Weser zu Fuß zu durchqueren oder an Stellen zu baden, die sonst nicht erreichbar wären“, berichtet der zweite Vorsitzende. „Der Untergrund ist häufig uneben und rutschig, sodass man leicht stürzen kann. Außerdem wechseln flache und tiefere Bereiche oft unerwartet. Wer das Gleichgewicht verliert, kann von der Strömung erfasst werden. Besonders für Kinder oder unsichere Schwimmer kann das schnell zu einer großen Gefahr werden“, fügt er an.

DLRG bleibt trotz Niedrigwasser einsatzfähig

Die Einsatzfähigkeit der DLRG bleibt trotz des Niedrigwassers grundsätzlich erhalten. Auch die Rettungsboote können weiterhin die Bereiche der Weser erreichen. Der geringe Pegelstand erfordert allerdings eine besonders vorsichtige Fahrweise.

„Grundsätzlich ist die Einsatzfähigkeit unserer Rettungsboote weiterhin gewährleistet. Allerdings führt der niedrige Wasserstand dazu, dass wir einzelne Bereiche der Weser deutlich vorsichtiger befahren müssen. Flache Stellen, Kiesbänke oder bislang überdeckte Hindernisse erschweren die Anfahrt und können den Einsatz verzögern“, erklärt Stille.

Dabei sind vor allem gute Ortskenntnisse sowie das Zusammenspiel von Technik und den Bootsführerinnen und Bootsführern erforderlich. Die DLRG nutzt beispielsweise ein Sonar-System. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Ortung von Gegenständen und zur Messung von Entfernungen unter Wasser mithilfe von Schallwellen.

Strömungsretter trainieren unter realistischen Bedingungen

Neben den Rettungsbooten spielen bei Einsätzen in der Weser auch speziell ausgebildete Strömungsretterinnen und Strömungsretter eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Rettungsboote aufgrund des geringen Wasserstands nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden können.

„Unsere Rettungsschwimmer und Strömungsretter trainieren den sicheren Umgang im fließenden Gewässer regelmäßig unter realistischen Bedingungen“, erklärt die DLRG. Nach Angaben der Ortsgruppe lernen die Strömungsretterinnen und Strömungsretter dabei, die Strömungsverhältnisse einzuschätzen und spezielle Rettungstechniken in Flüssen einzusetzen.

Einsatzkräfte der DLRG bilden eine Suchkette während eines Übungsszenarios im Kiesteich.

Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden rät daher trotz des niedrigen Pegelstands davon ab, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren. Wer schwimmen möchte, könne stattdessen auf beaufsichtigte Veranstaltungen oder bekannte Badegewässer ausweichen.

Fotos: ber, DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V.