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29.08.2014 - 17:54 Uhr

„Ein Schatz der Region“: Jetzt (endlich) wird sich etwas tun auf der Homburg

Stadtoldendorf (rus/mm). „Es gibt hier einen Schatz, der noch gar nicht in das Bewusstsein unserer Bevölkerung gedrungen ist“, so Prof. Dr. Stephan von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der von einer hochkarätigen Ausstattung der einstigen Homburg spricht. Neben ihm liest sich die Teilnehmerliste des Kolloquiums Homburg wie das Who’s Who der Regionalgeschichte. Eine geballte Kompetenz also, die sich am heutigen Freitag im Waldpädagogikzentrum Weserbergland unterhalb der Burgruine Homburg versammelte, um über die Sicherung und künftige Nutzung der Homburg zu sprechen. Wie soll es mit der Homburg weitergehen, dessen Bergfried akut einsturzgefährdet ist? Die gute Nachricht vorweg: es soll voran gehen, sowohl archäologisch als auch bautechnisch.

Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, kurz SBK, als Eigentümerin der Burgruine erklärt sich bereit, „ab dem heutigen Tage“ weitere Schritte zu unternehmen, so Direktor Tobias Henkel. Rund eine Viertelmillion Euro veranschlagt er zunächst nur für die Planungen, ist dabei jedoch auch auf weitere Förder- und Haushaltsmittel angewiesen. Doch der Hinweis auf wachsende Risse und eine immer weiter schwindende Chance, die einstige Herrschaftsburg noch einmal wirklich nutzen zu können, prägten den Tag. In einem Vortrag ging Bauingenieur Dr. Norbert Bergmann auf den baulichen Zustand der Burg ein und kam zu einem alarmierenden Ergebnis: Nachträgliche Ausbesserungen an der Burg haben bereits ernstzunehmende Schäden verursacht, die Statik des Turmes ist so marode, dass der Turm womöglich schon bald von selbst zusammenfallen könnte. Ein mehrere Zentimeter breiter Riss am gesamten Bergfried lässt eine Begehbarkeit des Turmes längst nicht mehr zu, wovon sich die Teilnehmer bei einer Burgbegehung selbst überzeugen konnten.

Neben dem baulichen Teil stand aber auch der historische Hintergrund der Burg im Fokus des Kolloquiums. Im Vergleich zu einigen anderen Burgen - auch in der Region - seien bei der Homburg noch mittelalterliche Züge erkennbar, denn die ursprünglichen Mauerreste sind zumindest am Boden noch weitestgehend im Originalzustand erhalten. Stets kommt der Apell zu weiteren intensiven Bauforschungen, gezielte Grabungen durchzuführen und so mehr über die Burg herauszufinden. Die Homburg verfügt über einen der größten Bergfriede Niedersachsens und mit ihrem tiefen Burgbrunnen eine echte Besonderheit aus der damaligen Zeit, besonders bei den geologischen Verhältnissen auf dem Berg. „Es gibt hier einen Schatz, der noch gar nicht in das Bewusstsein unserer Bevölkerung gedrungen ist“, stellt Prof. Dr. Stephan fest und gibt damit den Anstoß, Burg und Umfeld weiter archäologisch zu untersuchen. Und genau das soll nun auch passieren, so die SBK. Daneben soll zeitnah auch die touristische Aufarbeitung der Burgruine erfolgen, um sie für die Menschen wieder besuch- und erlebbar zu machen.

Zustimmung für das Vorhaben gab es auch von weiteren Behörden, darunter dem Nds. Landesamt für Denkmalpflege. „Wir sind alle hier, weil wir die Homburg erhalten wollen“, so Dipl.-Ing. Kathrin Bergmann, die aus Hannover zum Kolloquium angereist war. Friedrich-Wilhelm Wulf, ebenfalls von der Denkmalfachbehörde, spricht bei der Homburg von einem „herausragenden Denkmal“. Zwar werde das ganze Projekt, welches sich in die beiden Bereiche Archäologie und Bautechnik aufteilen soll, eine Menge Kosten verschlingen, doch auch dazu scheint die Stiftung bereit zu sein, wie Henkel bestätigte: „Die Stiftung ist bereit, die Kosten zu tragen“, so der Stiftungsdirektor. Unterstützung gibt es auch von Björn Försterling aus dem Stiftungsrat. “Unser Ziel ist zunächst die baufachliche Untersuchung und die archäologische Aufarbeitung“, so Försterling. Der Förderverein Homburg, der gemeinsam mit der Samtgemeinde das Kolloquium initiiert hatte, kann sich zumindest die Erreichung dieses wichtigen historischen Schrittes auf die Fahne schreiben. Schon in der nächsten Woche soll es losgehen – in Abstimmung mit dem Naturschutz soll die Burg wieder sichtbar gemacht werden.


Fotos: rus

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